Kirgisische und tadschikische Opposition kritisiert Benachteiligung

25. Februar 2005, 18:57
posten

Parlamentswahl am Sonntag - Zahlreiche Oppositions-Politiker ausgeschlossen - Demonstrationen in Bischkek

Moskau - Vor der Parlamentswahl in Kirgisien am Sonntag haben Anhänger der Opposition gegen den Ausschluss mehrerer Politiker von der Wahlliste demonstriert. Im Norden der zentralasiatischen Republik blockierten tausende Menschen Straßen und Verwaltungsgebäude, wie die Opposition am Freitag in der Hauptstadt Bischkek mitteilte. Auch in Tadschikistan, wo am Sonntag ebenfalls ein Parlament gewählt wird, erhoben Regierungsgegner Vorwürfe gegen die Staatsführung.

Nach der politischen Wende in der früheren Sowjetrepublik Ukraine setzen die Führungen in Kirgisien und Tadschikistan nach Einschätzung von Beobachtern alles daran, ein ähnliches Szenario in ihren Ländern zu verhindern. Der kirgisische Präsident Askar Akajew warnte, eine "Revolution in Orange" wie in der Ukraine bringe die Stabilität seines Landes in Gefahr.

Oppositionspolitiker von der Wahl ausgeschlossen

In Kirgisien bewerben sich 390 Kandidaten um die insgesamt 75 Direktmandate im neu gebildeten Ein-Kammer-Parlament. Neben der früheren kirgisischen Außenministerin Rosa Otunbajewa sind zahlreiche weitere Oppositionspolitiker von der Wahl ausgeschlossen.

In der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe wurde die Polizeipräsenz in den Tagen vor der Wahl deutlich erhöht. In der Republik nördlich von Afghanistan bewerben sich sechs Parteien um die 63 Sitze im Parlament.

Die Opposition in Duschanbe kritisierte, die tadschikische Staatsführung um Emomali Rachmonow verhindere einen fairen Wahlkampf. Die vom Staat kontrollierten Medien hätten sich geweigert, Wahlprogramme der Opposition auszustrahlen. Ein Sprecher der regierungskritischen Demokratischen Partei beklagte, dass ihr Parteichef Machmadrusi Iskandarow weiter in russischer Untersuchungshaft sitze. (APA/dpa)

Share if you care.