Morbides Flair: Pathologisch-anatomisches Bundesmuseum

28. Februar 2005, 20:01
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Präparate im "Narrenturm" mit Zugangsbeschränkungen

Wien - Das Pathologisch-anatomische Bundesmuseum beherbergt im so genannten "Narrenturm" im Alten AKH in Wien rund 50.500 Sammlungsobjekte aus dem Bereich der Pathologie. Die Sammlung, die sich in eine Schau- und eine nur mit Führung zu besichtigende Studiensammlung gliedert, reicht bis auf das 1796 unter Kaiser Franz I. gegründete Museum des Pathologisch-anatomischen Institutes zurück. Heute wird das Museum unter der Leitung von Beatrix Patzak als nachgeordnete Bundesdienststelle geführt und erhält rund 0,4 Mio. Euro jährlich vom Bund. 2004 wurden 15.560 Besucher gezählt, wobei neben Schülern und Touristen auch Mediziner aus aller Welt und allen Fachrichtungen zu den wichtigsten Besuchergruppen zählen.

Für Wissenschafter konzipiert

Die weltbekannten Sammlungen dienten und dienen der Dokumentation und Erforschung von Krankheiten und werden auch noch heute von Wissenschaftern genutzt - weshalb die Öffnungszeiten stark eingeschränkt sind. Auf rund 2.000 Quadratmetern Schaufläche werden u.a. menschliche und tierische, krankheitsbedingt veränderte Knochen- und Trockenpräparate gezeigt, Feuchtpräparate mit pathologisch veränderten menschlichen und tierischen Leichenteilen, Wachs-Abdrücke von kranken Körperteilen (so genannte "Moulagen") sowie alte und neue medizinische Geräte, die zur Veranschaulichung der Krankheiten dienen.

Seit 1971 ist das Pathologisch-anatomische Bundesmuseum im denkmalgeschützten "Narrenturm" untergebracht, der seit 1993 zur Gänze als Museum genutzt wird. Der Rundbau wurde 1784 unter Kaiser Josef II. als erstes psychiatrisches Krankenhaus erbaut. Sein Betrieb wurde 1866 eingestellt. (APA)

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