Bibliothekare wehren sich gegen Google

24. März 2005, 14:48
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Suchmaschine wird vorgeworfen bei Digitalisierungsprojekt angelsächsische Kultur zu bevorzugen

Mit heftiger Kritik sieht sich momentan der Suchmaschinenbetreiber Google. Ursache ist dabei ausgerechnet eines der momentanen Vorzeigeprojekte der Firma: Die groß angelegte Digitalisierung von Bibliotheksbeständen, dies berichtet der Spiegel.

Kritik

So kritisiert Jean-Noel Jeanneney, der Chef der Nationalbibliothek in Paris, das Projekt. Dieses sei vollkommen auf den angelsächsischen Raum konzentriert, auf diese Weise werden andere Kulturen und Sprachen erheblich benachteiligt, wenn sich nicht etwas ändere, würden nachfolgende Generationen den Eindruck gewinnen, dass Bücher beinahe ausschließlich in Englisch verfasst worden wären.

Maßnahmen

Insofern ruft Jeanneney dazu eine eigene europäische Initiative ins Leben zu rufen, die dieser US-Vorherrschaft etwas entgegensetzt. Zwar gibt es bereits einige lokale Digitalisierungsprojekte, aber keines davon kann sich nur annähernd in Umfang oder finanzieller Ausstattung mit dem Google-Projekt messen.

Aufnahme

Im Rahmen des Digitalisierungsvorhabens des Suchmaschinenbetreibers sollen vorerst 15 Millionen Bücher eingescannt werden, die Bibliotheken stellen die Originale zur Verfügung, und bekommen dafür den vollständig digitalisierten Inhalt. Google darf dafür ältere Bücher vollständig und neuere Bücher auszugsweise in seinen Index aufnehmen. (red)

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