"Lehrmittelzimmer": Das Naturhistorische

28. Februar 2005, 20:00
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Archaische Sammlungsstruktur mit riesigen Beständen

Wien - Mit rund 20 Millionen Sammelobjekten ist das Naturhistorische Museums Wien für Ministerin Elisabeth Gehrer (V) "das größte Lehrmittelzimmer des Landes". Nur ein Bruchteil der Bestände kann auf den 8.500 Quadratmetern Schaufläche im repräsentativen Semper/Hasenauer-Bau am Maria Theresien-Platz ausgestellt werden. Das mit 1. Jänner 2003 ausgegliederte Bundesmuseum erhält jährlich eine Basisabgeltung des Bundes von 12,381 Mio. Euro. 318.640 Besucher lockte das von Direktor Bernd Lötsch geführte Museum 2004 an.

"Dem Reiche der Natur ..."

"Dem Reiche der Natur und seiner Erforschung" kündet die Inschrift über dem Haupteingang von der Aufgaben des Museums. Die Ausstellung ist didaktisch aufgebaut und in sieben Abteilungen von der Mineralogisch-petrographischen bis zur Karst- und höhlenkundlichen gegliedert. Es verfügt u.a. über eine der bedeutendsten Meteoritensammlungen der Welt. Allein die botanische Abteilung birgt fast vier Millionen Objekte, die zoologische Sammlung rund zehn Millionen. Ein eigenes Archiv für Wissenschaftsgeschichte ist mit der wissenschaftlichen Erschließung der Dokumente des Hauses betraut. 2001 durfte sich das Naturhistorische Museum über die Wahl unter die Top Ten Museen der Welt von der britischen "Sunday Times" freuen.

Zu den Höhepunkten eines Rundganges durch 39 weiträumige Schausäle gehören etwa die 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf, die vor über 200 Jahren ausgestorbene Stellersche Seekuh, riesige Saurierskelette und vieles mehr.

Ethnographisches dank Kriegsmarine

Die ältesten Bestände des Naturhistorischen Museums sind über 250 Jahre alt. Kaiser Franz I. kaufte etwa um 1750 die damals größte und berühmteste Naturaliensammlung der Welt von dem Florentiner Gelehrten Johann Ritter von Baillou und legte damit den Grundstein für das Naturhistorische Museum. Die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Kriegsmarine brachte wertvolles naturwissenschaftliches und ethnographisches Material. 1889 übersiedelte das Museum in das Gebäude am Maria Theresien-Platz, das nach Plänen von Gottfried Semper und Karl Hasenauer gemeinsam mit seinem gegenüber gelegenen "Zwilling", dem Kunsthistorischen Museum gebaut worden war.

Die Sammlung wird beständig erweitert, seit 1997 zählen auch lebende Tiere in Aquarien und Terrarien zu den Attraktionen im Schaubereich. Als Außenstelle wurde 1997 das Öko-Haus in Petronell an das Naturhistorische Museum angegliedert. Das Museum verfügt auch über eine Bibliothek mit 500.000 Bänden. (APA)

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