Violette Hoffnung trotz Null-Nummer

27. Februar 2005, 20:03
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Heimstarke Basken Favorit für den Aufstieg, aber Kronsteiner will mit Fortune das Husaren­stück noch schaffen

Wien - Vizemeister FK Austria Magna, der erstmals seit 20 Jahren im internationalen Fußball-Geschäft überwintert hat, erreichte nach neunwöchiger Pause im ersten Pflichtspiel 2005 ein achtbares Remis. Das 0:0 am Donnerstag im Happel-Stadion gegen Athletic Bilbao lässt die Hoffnungen, ins Achtelfinale des UEFA-Cups einzuziehen, zumindest theoretisch bestehen. "Die Aufstiegschancen haben sich von 40:60 auf 30:70 reduziert, die Basken sind daheim eine Macht und natürlich Favorit. Aber warum sollte uns mit etwas Fortune kein Husarenstück gelingen", sagt Sportdirektor Günter Kronsteiner.

Die Chance lebt

Während sich die Nordspanier, die in der Primera Division seit 5. Dezember in neuen Spielen unbesiegt und Tabellenneunter sind, voll im Rhythmus befinden, haben sich die Veilchen vor 17.400 Zuschauern im bitterkalten Happel-Stadion die mangelnde Spielpraxis und die dadurch resultierende Ungewissheit der eigenen Stärke nicht anmerken lassen. "Wir haben uns fantastisch verkauft, die Chance lebt, auch wenn Bilbao leichter Favorit ist", meinte Generalmanager Toni Polster vor dem Rückspiel am Sonntag (18 Uhr) im Stadion San Mames.

Die Gäste, die mit neun Mann begannen, die zuletzt beim 2:0 in Madrid gegen Real am Werke waren, zeigten sich über die Wiener Null-Nummer auf regulärem Geläuf nicht wirklich zufrieden. "Ich hätte gerne ein Remis mit Toren gehabt, beide Teams hatten Chancen, die Austria-Abwehr war sehr gut", meinte Athletic-Trainer Ernesto Valverde. Zumindest einen Treffer benötigt jetzt die Austria, um im Achtelfinale den Gruppen-Gegner Real Saragossa wieder zu sehen. Mit einem Goal hätte es schon in der ersten Partie gegen Bilbao klappen können, als Sionko knapp vor und Gilewicz nach der Pause das 1:0 vor den Beinen hatten.

Gilewicz kein Rado-Goal

"Ich musste mich blitzschnell entscheiden, leider hat der Tormann meinen Heber geahnt", meinte der polnische Stürmer, der in der Gruppen-Phase gegen Saragossa der Matchwinner (1:0) war und gegen Brügge (1:1) einen Punkt fixiert hatte. "Im Regelfall verwertet Rado diese Chance", bemerkte Kronsteiner. Aber vielleicht hat sich "Rado"-Goal das Tor für das Rückspiel aufgehoben? Auch Kapitän Ernst Dospel trauerte den vergebenen Chancen nach: "Diese muss man international verwerten. Trotzdem ein Kompliment an die Mannschaft und den Trainerstab, es war von der ersten Minute an eine Top-Leistung, man hat keinen Unterschied gemerkt, wer in der Liga spielt und wer nicht."

Erst wenn man die Statistik kennt, weiß man wie das 0:0 zu bewerten ist. Die Basken, die im letzten Gruppen-Spiel in Lüttich Standard 7:1 vom Feld fegten, haben zuletzt am 5. Dezember (0:2 auswärts gegen FC Sevilla) kein Tor geschossen! Kronsteiner, der vor der Partie Afolabi/Antonsson im Vergleich mit Real als das bessere Innenverteidiger-Paar als Helguera und Samuel eingestuft hatte, fand sich bestätigt. "Sie sind ein Bollwerk, das kompakt steht, es ist schwer gegen die Zwei zu spielen."

Europareife für die Top-Vier der Liga

Der Sportdirektor macht der Austria und dem heimischen Fußball Mut. "Die ersten Vier unserer Liga brauchen sich vor keiner Mannschaft in Europa zu verstecken", brach der Steirer auch für den GAK, Rapid und Pasching eine internationale Lanze. Kapitän Dospel versprach: "Wir fahren nach Bilbao, um aufzusteigen!" Allerdings gelang der Austria in Hin- und Rückspiel erst ein Mal, 1982/83 im Cupsieger-Viertelfinale, gegen einen spanischen Verein (0:0 in Wien und 1:1 auswärts gegen FC Barcelona) der Aufstieg. (APA)

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    Trost für Gilewicz vom Sportdirektor.

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