Gräberfund mit geköpften Leichen aus der Römerzeit verblüfft Archäologen

25. Februar 2005, 16:20
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Alter Friedhof bei York untersucht - Enthauptung war zur Römerzeit weder gängige Hinrichtungsmethode noch Bestattungsritual

London - Britische Archäologen haben in Nordengland eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: Bei Ausgrabungen auf einem römischen Friedhof fanden sie 36 geköpfte Skelette - obwohl das Enthaupten bei den alten Römern nicht üblich war. Auf dem Friedhof aus römischer Zeit in York wurden insgesamt 49 Skelette junger Erwachsener sowie sieben Kinder-Skelette entdeckt, wie die Wissenschaftler am Donnerstag mitteilten.

36 der Leichen waren geköpft, eine Leiche trug Fußfesseln. Der Fund sei äußerst verwirrend, sagte Grabungsleiter Patrick Ottaway - die Römer hätten weder Menschen enthauptet noch Fußfesseln verwendet. Die in York beigesetzten Männer seien möglicherweise nach ihrem Tod geköpft worden, die Köpfe seien dann in Höhe der Füße oder der Beine neben den Leichen bestattet worden.

"Die Römer sahen den Kopf als Sitz der Seele - vielleicht haben sie die Köpfe abgetrennt, damit die Geister der Verstorbenen nicht die Lebenden plagen", spekulierte Ottaway. Eine andere Theorie sei, dass es sich bei den Männern um fremdländische Söldner des römischen Kaisers Septimus Severus handelte, der 211 nach Christus in York - damals Eburacum - bei einem Feldzug fiel. Diese Söldner hätten ihre Toten dann möglicherweise nach ihrem eigenen Bestattungsritus beigesetzt. Ottaway will jetzt Spezialisten unter anderem aus dem Rheinland - woher viele von Septimus' Söldnern stammten - oder aus Nordafrika - wo Septimus Severus geboren wurde - nach den dort damals üblichen Bestattungsbräuchen befragen.(APA)

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