Arzt versichert: Papst wird wieder sprechen können

25. Februar 2005, 12:48
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Grippe bei Parkinson-Kranken die Haupttodesursache

Rom - Nach der Luftröhrenoperation am Donnerstagabend atmet der Papst wieder ohne Hilfe. Wie aus ärztlichen Kreisen am Freitag im Gemelli-Krankenhaus verlautete, wird Johannes Paul II nach einigen Tagen wieder sprechen können.

"Die Stimmbänder sind durch die Operation nicht belastet worden. Die Luft wird nur umgeleitet, sie dringt nicht von der Nase, sondern direkt von der Luftröhre her ein", berichtete Professor Enrico Decampora, der Hals-Nasen-Ohren-Arzt der Universität von Florenz, der seine Beratung für die Operation geleistet hat.

Mit seinen Worten dementierte Decampora Befürchtungen, nach denen der Papst nach der Operation nicht mehr sprechen werde. Italienische Medien hatten über die Möglichkeit spekuliert, dass die Luftröhrenoperation die Stimmbänder des kranken Papstes beschädigt habe.

Grippe bei Parkinson-Kranken die Haupttodesursache

Experten sehen den Gesundheitszustand des 84-jährigen Oberhaupts der katholischen Kirche kritisch. Bei Parkinson-Kranken sei Grippe die Haupttodesursache, sagte der Turiner Spezialist Bruno Bergamasco der italienischen Tageszeitung "La Stampa" vom Freitag. Der Papst leidet seit Anfang der 90er Jahre an der Parkinson-Krankheit. Der Grippe-Rückfall, den der Papst wenige Tage nach seiner ersten Einlieferung in die Gemelli-Klinik erlitt, deute darauf hin, das sein Immunsystem nicht mehr gegen Infektionen gewappnet sei.

Hauptrisiko Lungenödem

Der Patient sei nahezu ohne Stimme und könne sich nicht mehr aufrecht halten. "Hauptrisiko in solchen Fällen ist ein Lungenödem, eine Art Ertrinken der Lungen, unglücklicherweise in der Regel das letzte Zeichen", fügte der Neurologie-Professor hinzu.

Der frühere Anästhesist des Papstes, Corrado Mani, sprach im Zusammenhang mit den beiden Einlieferungen ins Krankenhaus Anfang Februar und am Donnerstag von "wirklichen Atemwegskrisen". Es gelange keine Luft mehr in die Lungen und deshalb bestehe die "Gefahr eines Herz-Kreislauf-Stillstands", weil das Herz nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werde. Dadurch drohe der Erstickungstod. (APA/Red)

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