Alice Schwarzer wurde als junge Frau beinahe vergewaltigt

25. Februar 2005, 11:49
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Die Feministin hat in einer Fernsehsendung erstmals öffentlich über ein Erlebnis in Südfrankreich gesprochen

Mainz - Die Feministin Alice Schwarzer hat in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner" zum ersten Mal öffentlich darüber gesprochen, dass sie als junge Frau in Südfrankreich fast vergewaltigt worden wäre. An der Cote d'Azur habe sie auf einem Hügel in Strandnähe ein Buch gelesen und "einen Moment die Augen zu gemacht", sagte die 62-Jährige. "Und da war plötzlich jemand über mir... Nach einem kurzen Gerangel war klar, das kann richtig das Leben kosten."

Schwarzer erzählte: "Ich habe dann etwas gemacht, was ich oft in meinem Leben gemacht habe, wenn es gefährlich wird: Ich habe geredet ohne Worte. Ich habe irgendwie gelächelt." Sie habe ihm zu verstehen gegeben, dass der Felsen unbequem sei und sie lieber in den nahe liegenden Wald gehen sollten. "Und das ist auch interessant, dass so ein Mann, der einen überfällt, doch wirklich glaubt, dass man nach diesen ersten Todesdrohungen es eigentlich den Knaller fände, mit ihm nett im Wald spazieren zu gehen." Sie habe den Mann an die Hand genommen und sei mit ihm zum Wald hinauf gegangen, "weil ich wusste, wenn ich einmal da oben bin, renne ich da runter."

Sie habe den Mann angezeigt und sei am nächsten Tag gleich wieder tanzen gegangen. "Mit Nicki-Tuch - die Würgemale", ergänzte Schwarzers Freundin Barbara Maia, die wegen des gemeinsamen Buchs über ihren Briefwechsel (Titel: "Liebe Alice! Liebe Barbara!") in der Talk-Show war. Alice Schwarzer erklärte, der Überfall habe sie "nicht traumatisiert, aber klüger gemacht". (APA/AP)

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