Papst möglicherweise für Monate nicht arbeitsfähig

28. Februar 2005, 20:21
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Experten warnen vor gefährlicher Lungenentzündung - Grippe bei Parkinson-Kranken die Haupttodesursache

Rom/Los Angeles - Nach dem Luftröhrenschnitt könne es Wochen oder sogar Monate dauern, bis Johannes Paul II. wieder seine gewohnten Aufgaben übernehmen oder auch nur sprechen könne, sagten Experten. Der Leiter der Kopf-und-Hals-Chirurgie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles, Gerald Berke, warnte vor der Gefahr einer Lungenentzündung.

"Bei jemanden in seinem Alter, der Parkinson im Endzustand hat und eine Lungenentzündung und einen Luftröhrenschnitt, würde man die Situation als kritisch bezeichnen", sagte er. "Kritisch heißt in diesem Zusammenhang, dass wenn noch etwas geschieht, es eine tödliche Erkrankung werden könnte." Andere Experten sagten, es könne bis zu zwei Wochen dauern, bis die Ärzte des Papstes selbst dessen Zustand genau einschätzten könnten.

Grippe bei Parkinson-Kranken die Haupttodesursache

Experten sehen den Gesundheitszustand des 84-jährigen Oberhaupts der katholischen Kirche kritisch. Bei Parkinson-Kranken sei Grippe die Haupttodesursache, sagte der Turiner Spezialist Bruno Bergamasco der italienischen Tageszeitung "La Stampa" vom Freitag. Der Papst leidet seit Anfang der 90er Jahre an der Parkinson-Krankheit. Der Grippe-Rückfall, den der Papst wenige Tage nach seiner ersten Einlieferung in die Gemelli-Klinik erlitt, deute darauf hin, das sein Immunsystem nicht mehr gegen Infektionen gewappnet sei.

Hauptrisiko Lungenödem

Der Patient sei nahezu ohne Stimme und könne sich nicht mehr aufrecht halten. "Hauptrisiko in solchen Fällen ist ein Lungenödem, eine Art Ertrinken der Lungen, unglücklicherweise in der Regel das letzte Zeichen", fügte der Neurologie-Professor hinzu.

Der frühere Anästhesist des Papstes, Corrado Mani, sprach im Zusammenhang mit den beiden Einlieferungen ins Krankenhaus Anfang Februar und am Donnerstag von "wirklichen Atemwegskrisen". Es gelange keine Luft mehr in die Lungen und deshalb bestehe die "Gefahr eines Herz-Kreislauf-Stillstands", weil das Herz nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werde. Dadurch drohe der Erstickungstod. (APA/Reuters)

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