Deutscher Ratzel wird Europol-Chef

25. Februar 2005, 14:57
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Lösung nach langem Feilschen

Brüssel - Bei jeder Gelegenheit versichern die EU-Staaten einander, dass sie im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung enger zusammenarbeiten wollen. Diese Kooperation stößt aber an ihre Grenzen, wenn es um Personalia geht: Ende Juni 2004 ist die Amtszeit des Direktors der EU-Polizeibehörde Europol, Jürgen Storbeck, ausgelaufen. Seither konnten sich die Mitgliedsstaaten nicht auf einen neuen europäischen Polizeichef einigen: Frankreich, Italien und Deutschland schickten jeweils eigene Kandidaten ins Rennen.

Um diese politische Blockade zu beenden, wurde der Weg eines Expertenhearings beschritten. Frankreich schickte dafür seinen Antiterror-Koordinator Gilles Leclair ins Rennen, aus Italien kandidierte Emanuele Marotta aus dem Innenministerium, aus Spanien bewarb sich Mariano Carrion, der seit Juli Europol interimistisch leitet. Und aus Deutschland bewarb sich Max-Peter Ratzel, Abteilungspräsident im deutschen Bundeskriminalamt. Ratzel war es, der in den Hearings am besten abschnitt und von den Experten als qualifiziertester Kandidat bezeichnet wurde.

Damit konnte am Donnerstag endlich der Posten besetzt werden: Ratzel wurde von den EU-Innenministern zum neuen Europol-Chef gekürt. (eli/DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2005)

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    Max-Peter Ratzel wird Europol-Chef.

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