Widerrufener Aktenvermerk

15. April 2005, 15:44
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Architekt Eisenköck ist nach Klagsdrohung bereits aus der Vergabekommission ausgestiegen

Wien - Der Grazer Architekt Hermann Eisenköck war Mitglied der Vergabekommission. Bis zur Androhung einer 20-Millionen-Euro-Klage, dann stieg er aus. Dazwischen lag ein Abendessen mit zwei Managern der Strabag, Mitbieter für den Bau des Stadions in Klagenfurt. Was dort angeblich besprochen wurde, berichtete Eisenköck dem Vorsitzenden der Vergabekommission, Peter Gattermann. Eisenköck verfasste zudem einen Aktenvermerk. Und widerrief schließlich alles, als die Klagsdrohung kam.

Der Aktenvermerk liegt allerdings vor, er ist auch den ermittelnden Beamten des Büros für interne Angelegenheiten im Innenministerium und den Justizbehörden bekannt. Mehrere Einvernahmen haben bereits stattgefunden.

Beim Abendessen am 1. Dezember 2004 sei es nur um das Klagenfurter Stadion gegangen. Die Strabag-Leute wollten wissen, warum ihr Entwurf nicht den Vorzug bekommen hat, obwohl er doch im Vergleich mit den anderen Angeboten der beste sei. Der Strabag lägen auch sämtliche Unterlagen der Mitbieter vor. Außerdem sei der Strabag von höchster Stelle der Zuschlag versprochen worden, immerhin sei der FP immer wieder Geld zur Verfügung gestellt worden. Es sei bereits einiges investiert worden. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung, außerdem sei darauf verwiesen, dass Eisenköck seine Darstellung widerrufen hat. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens darf mit weiteren Enthüllung gerechnet werden. (stein, völ/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.2.2005)

  • Das ist der Aktenvermerk des Architekten Hermann Eisenköck über ein Abendessen mit zwei Strabag-Vertretern. Der Justiz liegt dieses Dokument vor, Eisenköck widerrief allerdings nach einer Klage.

    Das ist der Aktenvermerk des Architekten Hermann Eisenköck über ein Abendessen mit zwei Strabag-Vertretern. Der Justiz liegt dieses Dokument vor, Eisenköck widerrief allerdings nach einer Klage.

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