Bush will europäische Vorschläge zumm Atomstreit mit dem Iran prüfen

24. Februar 2005, 17:03
posten

US-Präsident: "Ich werde nach meiner Rückkehr über die Vorschläge nachdenken, die ich gehört habe"

Bratislava - US-Präsident George W. Bush hat erstmals zugesichert, die von den Europäern für die Atom-Gespräche mit dem Iran vorgeschlagenen Anreize zu prüfen. Zugleich machte Bush am Donnerstag auf der letzten Station seiner Europareise in der Slowakei deutlich, dass er die USA weiter aus den Gesprächen mit dem Iran heraus halten will.

Der Iran soll zum Verzicht auf die Urananreicherung bewegt werden, hinter der die USA ein Atomwaffenprogramm des Landes vermuten. Bush sagte vor Reportern in Bratislava, er halte es für besser, wenn die USA nicht an den Gesprächen teilnähmen und die Europäer stattdessen auch im Namen der USA verhandelten. Dies sei der "effizienteste Weg", um das gemeinsame Ziel zu erreichen, den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten.

Über die europäischen Vorschläge, dem Iran Anreize zum Verzicht auf eine Entwicklung von Atomwaffen zu liefern, sagte Bush: "Ich werde nach meiner Rückkehr über die Vorschläge nachdenken, die ich gehört habe, und darüber, wie es weitergeht." Der französische Präsident Jacques Chirac hatte Bush unter anderem vorgeschlagen, die USA sollten die Verhandlungen Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens mit dem Iran über ein Ende seines Atomprogramms mit wirtschaftlichen Anreizen unterstützen. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte als Anreiz vorgeschlagen, dem Iran Ersatz für Flugzeuge anzubieten.

Der Iran hatte nur wenige Stunden vor Bushs Äußerungen in Preßburg eine Beteiligung der USA an den Atomgesprächen abgelehnt. Das iranische Außenministerium in Teheran hatte zur Begründung angeführt, die Strategie der USA drehe sich um Israel. Eine Beteiligung der USA sei daher eine Verschlechterung.

Bush hatte in den vergangenen Tagen wiederholt betont, in der Iran-Politik seien weiter alle Optionen denkbar - darunter auch eine militärische Variante. Zugleich verwies er aber darauf, dass die Diplomatie gerade erst begonnen habe. Die Regierung in Teheran weist die US-Vorwürfe, der Iran wolle Atombomben entwickeln, als Propaganda zurück. (APA/Reuters)

Share if you care.