Tempo 100 auf der Tauernautobahn

28. Februar 2005, 17:26
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Land reagiert auf schlechte Luft zwischen Wals und Golling - Stickstoffdioxid und Feinstaub sollen um sieben Prozent zurückgehen

Salzburg - Das Land Salzburg wird noch in diesem Jahr - voraussichtlich vor dem Sommer - auf der Tauernautobahn (A10) zwischen Wals (Flachgau) und Golling (Tennengau) Tempo 100 einführen, und zwar wegen der hohen Luftbelastung.

Durch das Tempolimit werde der Ausstoß von Stickstoffdioxid und von Feinstaub jeweils um rund sieben Prozent reduziert. Die Lärmbelastung gehe um drei Dezibel zurück, wie der Leiter der Umweltschutzabteilung des Landes, Othmar Glaeser, am Donnerstag bekannt gab.

Zum Handeln gezwungen

Das Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) zwingt die Landesregierung praktisch zum Handeln, weil sie binnen eines Jahres ab Überschreiten von Grenzwerten zu reagieren hat. An der Autobahn bei Hallein datieren die gemessenen Überschreitungen der Grenzwerte beim Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid vom Frühjahr 2004.

Die Berechnungen des Umweltmediziners gehen bei einer Einführung von Tempo 100 von einer tatsächlichen Reduktion der Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h aus. Würde man - unrealistischerweise - eine reale Geschwindigkeitsreduktion von 30 km/h annehmen, wären die Schadstoffwerte noch geringer. Der Zeitverlust betrage auf dem 30 Kilometer langen Abschnitt bei einer um 15 km/h reduzierten Geschwindigkeit zwei Minuten.

Effektivstes Mittel gegen die Schadstoffbelastung

"Die Temporeduktion zwischen Wals und Golling ist unser effektivstes Mittel gegen die Schadstoffbelastung. Gute Instrumente haben aber auch die Bundesregierung und die Europäische Union in der Hand. Der Einbau von neuesten Partikelfiltern bei Dieselfahrzeugen, vor allem bei Lkw, muss vorgeschrieben werden", forderte Umwelt-Landesrat Othmar Raus (S). Er habe in dieser Angelegenheit bereits mehrfach in Brüssel und Wien interveniert. (APA)

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