20 neue Fernzüge - ICE in Prüfung

25. Februar 2005, 09:33
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"Premium-Züge" sollen bereits in drei Jahren anrollen, Tickets für diese Züge um 10 Prozent teurer sein

Wien - Die ÖBB planen die Anschaffung neuer Fernverkehrszüge. Nach dem Vorbild internationaler Hochgeschwindigkeitszüge will nun auch die heimische Bahn voraussichtlich ab 2008 neue Luxus-Waggons anbieten, kündigte ÖBB-Fernverkehrsvorstand Stefan Wehinger am Mittwochabend an.

Vorverhandlungen über die Anschaffung von ICE-Garnituren, die derzeit schon in Deutschland eingesetzt werden, sind demnach bereits im Laufen. Aber auch mit anderen Herstellern sei man derzeit in Verbindung.

Mehr Komfort kostet

Für mehr Komfort und Service wird man allerdings um rund 10 Prozent mehr zahlen müssen. Außerdem wird man Tickets nur mit Platzreservierung und damit nur für einen bestimmten Zug erhalten. Die ÖBB hoffen trotzdem, damit pro Jahr mindestens 400.000 neue Fahrgäste - vor allem im Business-Kunden-Segment - anlocken zu können. Der Anteil der Bahn am gesamten Berufsverkehr auf österreichischen Fernverkehrsstrecken soll dadurch von derzeit 3,8 Prozent auf 8 Prozent ausgeweitet werden, so Wehinger.

So schnell wie ein Hochgeschwindigkeitszug werden die neuen Züge allerdings nicht unterwegs sein. Die mögliche Maximalgeschwindigkeit wird bis dahin bei 230 bis 250 km/h liegen und damit bei einer Fahrzeit von 2,5 Stunden zwischen Wien und Salzburg - die sollen am Herbst wohlgemerkt auch schon einige normalen Inter- und Eurocity-Züge erreichen.

Mobilitätskette soll verkürzt werden

Durch extrem wenige Aufenthalte - so soll der neue Premium-Zug etwa nicht mehr in St. Pölten halten, was allein sieben Minuten bringt - eigene Parkplätze, spezielle Check-In-Schalter und elektronische Buchungsmöglichkeiten für Anschlussverbindungen oder Taxis im Zug wollen die ÖBB aber zumindest die kürzest mögliche Reisezeit erreichen und "die Mobilitätskette verkürzen", erklärte Wehinger.

Eingesetzt werden sollen die neuen Züge zuerst auf zehn Strecken - konkret auf den Verbindungen

- Wien-Salzburg-München,
- Wien-Salzburg-Innsbruck,
- Wien-Nürnberg-Frankfurt,
- Wien-Budapest,
- Wien- Bratislava-Trnava,
- Wien-Warschau,
- Wien-Prag,
- Wien-Graz und weiter über Maribor nach Ljublijana bzw. Zagreb.

Die Destinationen sollen zwei Mal täglich in der Früh und am Abend bzw. auf den wichtigsten Strecken auch Mittags angefahren werden. Im ersten Schritt wollen die ÖBB dafür zwanzig neue Premium-Züge anschaffen. Das Projektbudget dafür liegt bei 230 Mio. Euro, die aus dem Cash Flow finanziert werden sollen. Amortisieren sollen sich die Investitionen in etwa zehn Jahren.

Keine Verteuerung normaler Fahrkarten geplant

Dass zur Finanzierung dieses Vorhabens nicht nur die künftigen Premium-Tickets, sondern auch die herkömmlichen Fahrkartenpreise erneut teurer werden könnten, schloss Wehinger - nach der überraschenden letzten Preisrunde kurz vor Weihnachten - zumindest für heuer und "wahrscheinlich" auch für das nächste Jahr aus.

Besser werden soll bis Jahresende auch der Handy-Empfang im Zug. Zumindest auf der Westbahn soll laut ÖBB-Holding-Chef Martin Huber dann telefonieren auf der gesamten Strecke möglich sein. (APA)

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    ÖBB will Anschaffung von ICE-Zügen prüfen

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