Iranischer Journalist zu 14 Jahren Haft verurteilt

25. Februar 2005, 13:21
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Regierungskritik und Zusammenarbeit mit US-finanziertem Radiosender vorgeworfen

Teheran - Wegen Kritik an der Regierung und Zusammenarbeit mit einem von den USA finanzierten Radiosender ist ein iranischer Journalist zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Die Anklage warf Arash Sigartshi vor, die Menschen mit seinen Schriften zum Aufstand angestiftet zu haben, wie sein Anwalt Mohammad Saifsadeh am Donnerstag sagte. Darüber hinaus soll er mit feindlichen Regierungen und konterrevolutionären Gruppen zusammengearbeitet sowie die Behörden beleidigt haben.

Sigartshi sei von einem Revolutionsgericht schuldig gesprochen worden. Anwalt Saifsadeh kündigte an, Rechtmittel gegen das Urteil einzulegen. Die Familie des Journalisten habe ihn gemeinsam mit Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi und dem Anwalt Jahangir Rad dazu beauftragt. "Wir glauben, dass das Revolutionsgericht nicht verfassungsgemäß ist."

Sigartshi ist Chefredakteur der Tageszeitung "Jilan-e-Emrus" in Rasht, der Hauptstadt der nordiranischen Provinz Jilan. Vahid Esmaeili, ein Autor der Zeitung, sagte, das Urteil sei in der vergangenen Woche gefällt worden. Sigartshi habe eingeräumt, für den Sender Farda mit Sitz in Prag gearbeitet zu haben. Die iranischen Behörden betrachten Farda, der von der US-Regierung finanziert wird, als einen vom Geheimdienst CIA unterstützten Sender, der die islamische Regierung untergraben will.

Die konservativen Hardliner, die die iranische Justiz kontrollieren, haben in den vergangenen vier Jahren mehr als 100 reformorientierte Zeitungen und andere Medienbetriebe geschlossen und mehrere dutzend Journalisten inhaftiert. (APA/AP)

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