Miller, Raich auf Punktejagd in Slowenien

26. Februar 2005, 18:26
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Technik-Wochenende in Kranjska Gora bietet Raich die Gelegenheit, Terrain auf Miller gut zu machen - RTL am Sams­tag, Slalom am Sonntag

Kranjska Gora - Am Techniker-Wochenende der Ski-Herren in Kranjska Gora hat Benjamin Raich die große Chance, im Kampf um den Gesamt-Weltcup wichtiges Terrain gut zu machen. Acht Rennen vor Schluss trennen den Tiroler 191 Punkte von Leader Bode Miller, in Slowenien stehen ein Riesentorlauf (Samstag, 9:45 und 12:30 Uhr) und ein Slalom (Sonntag, 9:30 und 12:15 Uhr) auf dem Programm. Mit zwei Top-Resultaten könnte der Superstar der WM in Bormio (fünf Medaillen) den Rückstand auf den US-Amerikaner so klein wie nie zuvor in dieser Saison machen.

Miller in der Rolle des Favoriten

Für Raich, der Miller in der Rolle des klaren Favoriten sieht, steht jedoch fest: "Die Entscheidung wird erst beim Weltcup-Finale in Lenzerheide fallen." Auch ÖSV-Herrenchef Toni Giger gibt dem Abfahrts- und Super-G-Weltmeister aus Franconia die besten Chancen: "Der Weltcup wird ihm wohl nur noch sehr schwer zu nehmen sein. Er zehrt noch immer von seinem großen Vorsprung, den er sich zu Saisonbeginn herausgeholt hat." Giger fügte jedoch hinzu: "Wir werden sicher alles tun und riskieren und sicher nicht aufgeben."

Sein US-Gegenstück Phil McNichol, Chef der amerikanischen Herren, ist mit dem Vorsprung von knapp 200 Punkten auf Raich zufrieden, warnt jedoch vor dem Kranjska-Gora-Wochenende. "Diese technischen Bewerbe könnten kritisch werden. Aber ich habe immer schon gesagt: Der Weltcup wird erst in den letzten Rennen entschieden werden."

Mit einem fulminanten Auftakt - u.a. sechs Siege in zehn Rennen - hatte Miller die Konkurrenz in der Startphase des WM-Winters deklassiert. Nach der Abfahrt in Gröden wies Miller am 18. Dezember 2004 422 Punkte Vorsprung auf seinen schärfsten Herausforderer Raich auf - der Weltcup schien entschieden. Doch dann legte Benni Raich los und Miller ließ nach. Der ÖSV-Allrounder holte Punkt um Punkt auf, nach dem letzten Rennen vor der WM, dem Nachtslalom in Schladming am 25. Jänner, waren Miller und Raich plötzlich nur noch durch 95 Zähler getrennt.

Viele Speed-Bewerbe

Am vergangenen Speed-Wochenende in Garmisch verschaffte sich Miller allerdings wieder etwas Luft (191 Punkte Vorsprung). Nach Kranjska Gora stehen in Kvitfjell und Lenzerheide noch zwei Abfahrten, zwei Super G, ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm. Also nicht nur der Vorsprung, sondern auch der Weltcup-Kalender spricht deutlich für Miller, der der erste amerikanische Gesamt-Weltcup-Sieger seit 1983 wäre. Damals hatten Tamara McKinney und Phil Mahre für das US-Team im Doppelpack abgeräumt. (APA)

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