Aids: Neu-Infektionen in Österreich wieder angstiegen

28. Februar 2005, 17:24
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Die meisten HIV-Infektionen sind erst mit erheblicher Verzögerung erkannt worden

Wien - Im Jahr 2004 hat sich die Zahl der neuen HIV-Infektionen nach Ergebnissen des Instituts für Virologie der Universität Wien erhöht.

Gleichzeitig zeigten neue spezielle Untersuchungen, dass die meisten der HIV-Infektionen erst mit erheblicher Verzögerung erkannt werden. Dies berichtet die Expertin Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Puchhammer-Stöckl in der neuesten Ausgabe der Virusepidemiologischen Information des Instituts.

Späte Diagnose bei Heterosexuellen

Während immerhin 40 Prozent der schwul und lesbischen Personen frühzeitig als HIV-positiv identifiziert wurden, waren das nur bei ca. 17 Prozent der heterosexuell infizierten Personen der Fall. Das bedeutet, dass bei der heterosexuellen Bevölkerung das Bewusstsein des HIV-Infektionsrisikos immer noch extrem niedrig ist."

Die meist späte Diagnostik einer HIV-Infektion in der heterosexuellen Population begünstigt die weitere Verbreitung des Virus.

Die Daten des Instituts (neu erfasste HIV-Infektionen in Österreich, ausgewählte Jahre):

- 1985 (Beginn): 820
- 1987: 753
- 1990: 432
- 1993: 561
- 1996: 377
- 1999: 339
- 2000: 428
- 2001: 398
- 2002: 442
- 2003: 422
- 2004: 470
Bisher insgesamt: 9.403.

1.386 Aids-Tote

Insgesamt sind bis 1. Februar 2005 in Österreich 2.408 Aids-Erkrankungen registriert worden. Die Zahl der Todesopfer beläuft sich auf bisher 1.386.

Laut Experten der drei großen Behandlungszentren in Österreich (in Wien, Graz, Innsbruck und Linz) leben derzeit rund 6.000 HIV-infizierte in Österreich. (APA)

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