US-Armee verschärft nach Folterskandal Verhörvorschriften

27. Februar 2005, 13:45
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Regeln sollen künftig "besser mit Genfer Konventionen abgestimmt" werden

Washington - Rund ein Jahr nach Bekanntwerden des Folterskandals im US-Gefängnis Abu Ghraib verschärft die US-Armee die Regeln zur Vernehmung von Gefangenen. Auch die unterschiedlichen Rollen von Militärpolizei und Geheimdienst in Militärgefängnissen sollten klarer definiert werden, sagte Generalmajor Donald Ryder am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Zudem sollten 35 auf den Betrieb von Gefangenenlagern spezialisierte Militärpolizei-Einheiten gebildet werden. Binnen drei Jahren sollten dafür mehr als 3000 Militärpolizisten rekrutiert werden.

In einem im nächsten Monat erscheinenden neuen Handbuch sollten die Verhörvorschriften stärker mit den Genfer Konventionen in Einklang gebracht werden, sagte Armee-Geheimdienstsprecher Thomas Gandy. In der Ausbildung der Verhörspezialisten solle künftig "sehr deutlich gemacht werden, wo die Grenzen sind - was man tun kann und was nicht", erklärte Gandy. Damit werde es weniger dem einzelnen Verhörbeamten überlassen, wie er handle. Der Einsatz von Hunden werde klar auf den äußeren Schutz von Haftanstalten beschränkt. Im Zuge des Abu-Ghraib-Skandals waren Fotos veröffentlicht worden, auf denen Soldaten irakische Gefangene mit Hunden ohne Maulkorb einschüchterten.

Die im Frühjahr vergangenen Jahres veröffentlichten Fotos von der Misshandlung irakischer Gefangener im Abu-Ghraib-Gefängnis durch US-Soldaten hatten die Weltöffentlichkeit schockiert. (APA/AFP)

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