Letztes Familientreffen

28. Februar 2005, 18:00
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Abschiedsvorstellung der Westdeutschen Kunstmesse in Köln

Köln - Cologne Fine Art, das klingt nach großer weiter Welt, verbunden mit internationalem Qualitätskonzept und neuer Nischen-Positionierung. Das wird 2006 sein. Aktuell laufen die Veranstaltungen noch bis zum 27. Februar parallel: Die 36. Westdeutsche Kunstmesse Köln und die dazugehörige Antiquariatsmesse sowie die auf Editionen spezialisierte Kunst Köln. Die Fäden der künftigen Veranstaltung zieht Gerard Goodrow mit bewährter und ausgeprägter Frischwärts-Mentalität.

Der Termin: Mitte Februar, fast gleichzeitig mit der Madrider Arco und der Art Brussels, gleich nach der Palm Beach!, aber noch vor der TEFAF Maastricht. Die Zielgruppe: "Wir versuchen, einige Käufer, wohlgemerkt keine Sammler, von der Tefaf für Köln zu gewinnen. Das spontan kaufende, interessierte Publikum ist für uns die wichtige Zielgruppe", merkt Goodrow an, nicht der klassische Sammler. Ihm schwebt Großes vor, weg von der gemütlichen Regionalmesse des Rheinischen Kunsthändler Verbands, hin zu einem stärker internationalen Angebots-Ereignis. Das Konzept: Am Beispiel der Druckgrafik, will Goodrow künftig keine chronologischen Einzelgehege, sondern eine Präsentation im Zusammenhang. Die aktuelle Veranstaltung entpuppt sich wieder als ein B-Movie mit starkem Niveaugefälle.

Sie soll auf rund 50 Anbieter qualitativ eingekocht werden. Mehr als 160 Händler werden die neue Cologne Fine Art nicht zieren, so Goodrows Plan. Fünf Österreicher hat die nicht ernsthaft "international" zu nennende Kölner Abschiedsvorstellung auf der Speisekarte, traditionell mit Salis&Vertes als klassischem Leitwolf - darunter ein abstrakter Kopf Jawlenskys. Artelier (Graz) sorgt im Kreis der Editeure für gesicherte Auflagenkunst: von Förg und Kippenberger, über Kogler und Rehberger, bis Schlegel und Zobernig. Kunst&Handel (Graz) steuert mit Johan Hauser gewohnt hochkarätige Art Brut-Offerten bei. Lukas Feichtner (Wien) setzt auf junge österreichische Avantgarde und lässt Lassie zum zweibeingen Hundeführer mutieren (Deborah Sengl). Nicht minder österreichisch gehts bei Brunnhofer (Graz) zu: von Wolfgang D. Bauer, bis Manfred Schluderbacher.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2005)

Von Roland Groß
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