Moslemische Gruppe beantragt Verbot von islamkritischem Film

24. Februar 2005, 11:09
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Abgeordnete Hirsi Ali im Visier von Islamischer Vereinigung

Den Haag - Die niederländische Justiz wird sich am kommenden Dienstag mit dem Antrag einer moslemischen Gruppe gegen die islamkritische Parlamentsabgeordnete Ayaan Hirsi Ali befassen. Wie das Haager Gericht am Mittwoch mitteilte, will die Islamischen Vereinigung erreichen, dass der Abgeordneten untersagt wird, eine Fortsetzung des islamkritischen Films "Submission" zu drehen. Die Anhörung solle im Hochsicherheitsgericht von Rotterdam stattfinden, Hirsi Ali wolle daran teilnehmen.

Hirsi Ali, Abgeordnete der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD), hatte das Drehbuch für "Submission" geschrieben, das von dem Niederländer Theo van Gogh verfilmt wurde. Van Gogh war im vergangenen November in Amsterdam auf offener Straße niedergestochen und erschossen worden.

Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger Niederländer marokkanischer Herkunft, ist wegen Mordes und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Hirsi Ali hatte kurz nach dem Mord mitgeteilt, das sie sich in "Submission II" erneut mit der Unterdrückung der Frau durch den Islam befassen werde. Nachdem sie mehrere anonyme Todesdrohungen erhielt, tauchte sie mehr als zwei Monate lang unter. Seit Mitte Jänner erscheint sie wieder in der Öffentlichkeit.

Die Islamische Vereinigung erklärte zur Begründung ihres Verbotsantrages, "Submission II" werde für Moslems "beleidigend und verletzend" sein. Die Richter sollten der Abgeordneten auch untersagen, sich verletzend oder gotteslästerlich über den Islam zu äußern. (APA)

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    Auch im zweiten Teil von "Submission" soll die Unterdrückung der Frauen durch den Islam thematisiert werden.

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