Treffen Bush-Putin in Bratislava

24. Februar 2005, 08:56
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Regierung erhofft Aufhebung der Visapflicht für Slowaken - Begegnung als "Belohnung" für den Irak-Partner

Bratislava/Wien - Das erste Mal trafen George W. Bush und Wladimir Putin vor dreieinhalb Jahren in Slowenien, auf Schloss Brdo nördlich von Ljubljana (Laibach) aufeinander. Die heutige Begegnung in der slowakischen Hauptstadt ist bereits die elfte der beiden Staatschefs. Ob sich die Hoffnung vieler Slowaken erfüllt, nun weniger oft mit den Slowenen verwechselt zu werden, wird sich zeigen.

Aus Sicht des Weißen Hauses ist die Wahl Bratislavas als Gipfelort eine Belohnung für die Teilnahme der Slowakei an der Irak-Koalition. Als konkretes Zeichen der Dankbarkeit erwartet die Regierung in Bratislava die Aufhebung der Visapflicht für slowakische Bürger. Diese Hoffnung hat sich allerdings schon im Fall des weit größeren Partners Polen bisher nicht erfüllt.

Die Bündnistreue zu den USA ist in der Slowakei denn auch innenpolitisch stark umstritten. Nicht nur der linkspopulistische Oppositionsführer Róbert Fico, auch die an der Mitte-rechts-Regierung beteiligten "alten" Christdemokraten fordern größere Distanz zu Washington. Expremier Ján Carnogurský pries dabei jüngst explizit die Position Österreichs als Vorbild an.

Der vierstündige Gipfel Bush-Putin findet - nach einer Rede des US-Präsidenten auf dem Platz vor der Oper - auf der Burg statt, die ebenso wie das Stadtzentrum weit gehend abgeriegelt wurde. (jk/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2005)

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    Strengste Sicherheitsvorkehrungen in Bratislava.

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