song.null.transparenz

5. April 2005, 20:58
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Man lässt uns heuer aus nur fünf Kandidaten den Sieger küren, damit wir dann schuld sind, wenn es wieder einmal peinlich ausgeht

Wenn man so bei Johannes B. Kerner vorbeischaut, denkt man sich: Im Laufe eines Jahres bleibt durch das TV nichts mehr im Verborgenen. Peter Kraus und Frau Ingrid weinten, wie sie über ihre an Krebs verstorbene Tochter sprachen. Und sie mussten bis zum Weinen reden. Vorher ließ Kerner nicht los.

Doch nicht nur die Behandlung der Gäste, schon ihre Menge lässt uns ausrechnen, dass das TV unfassbare Mengen an Privatem veröffentlicht. Sechs Gäste viermal die Woche? Das ergibt 96 monatlich. Wenn man Kerner zwei Monate Pause im Jahr zubilligt, ergibt das immer noch 960 Gäste im Jahr! Im ORF gibt es eine ähnliche Sendung nur einmal wöchentlich; aber auch da kommt einiges zusammen. Dennoch, es gibt - das fällt uns nun angesichts des freitägigen Österreich-Finales zu song.null.fünf auf - Bereiche, bei denen wir uns seit Jahren unterinformiert fühlen. Man lässt uns heuer aus nur fünf Kandidaten den Sieger küren, damit wir dann schuld sind, wenn es wieder einmal peinlich ausgeht (heuer in Kiew).

Aber kann man nicht endlich diese geheime Vorauswahl öffentlich machen, damit wir die Jury bei der Arbeit sehen und verstehen, wie jene Austrokatastrophen beginnen, die sich dann zahlreich ereignet haben? Auch bei Starmania gewährte man uns einen erhellenden Backstage-Blick. Also bitte! (tos/DER STANDARD; Printausgabe, 24.2.2005)

  • Einer der fünf Kandidaten: Alf Poier
    foto: orf

    Einer der fünf Kandidaten: Alf Poier

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