That's Infotainment - Journalismus sucht zu unterhalten

25. Februar 2005, 13:46
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Wo endet Qualitätsjournalismus, wo beginnt der Boulevard?

"Journalismus und Unterhaltung" diskutieren Medienwissenschafter ab Donnerstag an der Uni Salzburg. Und Unterhaltung, wohlgemerkt.

"Jeder, der eine Rede hält, versucht rhetorisch das Beste herauszuholen, um ihn attraktiv und spannend zu gestalten", sagt Louis Bosshart, Kommunikationswissenschafter an der Schweizer Uni Fribourg. Das will er heute bei seinem Eröffnungsvortrag in Salzburg selbst versuchen. Auf Zeitungen beispielsweise übersetzt heißt das: "In der Qualität von Journalismus liegt auch der Leseanreiz", sagt Bosshart im Gespräch mit dem STANDARD.

Wo endet dann Qualitätsjournalismus, wo beginnt der Boulevard?

Wo endet dann Qualitätsjournalismus, wo beginnt der Boulevard? "Wenn politische Aspekte von hoher Relevanz unterhaltsam, wenig einprägsam verbreitet werden, dann sehe ich ein Problem." Einer seiner Doktoranden erhebt freilich gerade für seine Dissertation, dass "Boulevard über das Sportressort auch bei der Qualitätszeitung par excellence, der Neuen Zürcher, Einzug hält".

"Nicht von der Hand zu weisen" sei, dass sich öffentlich-rechtliches TV dem privaten annähert. Doch "das ist eine politische Debatte: Wer einen Markt auftut für Kommerzielle, darf sich nicht wundern, dass der Wettbewerb in der Unterhaltung ausgetragen wird." (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 24.2.2005)

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