USA: Mord als eine der häufigsten Todesursachen für Schwangere

25. Februar 2005, 12:44
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US-Gesundheitsbehörde: Risiko für schwarze und sehr junge Frauen am höchsten

Washington - Ein oft übersehenes "Gesundheitsrisiko" für schwangere Frauen sind nicht etwa Schwangerschaftskomplikationen, sondern die Gefahr eines gewaltsamen Todes, oft durch die Hand des eigenen Partners: Mord ist eine der häufigsten Todesursachen für schwangere Frauen und junge Mütter in den USA, hat die US-Gesundheitsbehörde CDC ermittelt. Besonders hoch ist die Gefährdung für werdende Mütter unter 20 Jahren sowie für schwarze Frauen, heißt es in der Studie, die von der "Washington Post" veröffentlicht wurde.

Aktueller Fall

Ein neuer tragischer Fall erschütterte in den vergangenen Tagen die USA: Ein 37-jähriger verheirateter Mann in Texas hat gestanden, eine 34-jährige Frau, die von ihm ein Kind erwartete, sowie deren siebenjährigen Sohn ermordet zu haben. Das Geständnis beendete die tagelange Suche nach der vermissten Frau, die zu einer Party mit Geschenken für das Baby nicht erschienen war. Dem Mord soll laut dem Geständnis eine Auseinandersetzung vorangegangen sein, weil die im siebenten Monat Schwangere wollte, dass der Vater ihres Kindes seine jetzige Frau verlasse. Der siebenjährige Sohn der Frau habe den Täter beim Mord überrascht, daraufhin habe er das schreiende Kind erstickt und die Leichen in einem Wald vergraben.

Studie für Maryland

Laut einer Studie für den Bundesstaat Maryland liegt das Risiko für schwangere Frauen und Mütter im ersten Lebensjahr des Kindes, durch Mord zu sterben, mehr als doppelt so hoch als für Frauen im allgemeinen. In Maryland ist Mord für Schwangere und junge Mütter die führende Todesursache.

Unwillen zur Vaterschaft

ExpertInnen erklären das lange übersehene Phänomen mit dem Unwillen mancher Männer zur Vaterschaft. Manche Männer sähen eine Schwangerschaft nur als Problem, sie dächten, wenn die Frau verschwinde, dann verschwinde mit ihr auch das Problem. Bereits verheiratete Männer fürchteten einen öffentlichen Skandal, andere die finanzielle Belastung durch Alimentezahlungen und besonders junge Männer lehnten oft eine Veränderung ihres Lebens durch eine Vaterschaft ab. "Diese Männer hoffen zunächst auf eine Abtreibung oder eine Fehlgeburt, aber wenn das nicht passiert, dann nehmen sie der Frau das Leben, um zu vermeiden ein Kind zu bekommen", erklärt Jack Levin von der Northeastern University. (APA)

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