Bush weiter über Meinungsfreiheit in Russland besorgt

24. Februar 2005, 08:40
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US-Präsident wirbt im Gespräch mit jungen Deutschen für Verständnis der amerikanischen Politik nach dem 11. September 2001

Mainz - US-Präsident George W. Bush hat seine Besorgnis über Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Russland zum wiederholten Male zum Ausdruck gebracht. Bush betonte am Mittwochnachmittag im Gespräch mit jungen deutschen und amerikanischen Führungskräften, wie der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder habe auch er ein gutes persönliches Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Trotzdem sorgten ihn "einige Entscheidungen zum Beispiel zur Pressefreiheit, die unser gemeinsamer Freund getroffen hat". Bei einem Treffen in Preßburg am (morgigen) Donnerstag wolle er Putin nach den Gründen für diese Entscheidung fragen.

Auf die Frage, wie die Abhängigkeit des Westens von den Bodenschätzen im Mittleren Osten verringert werden könnte, erklärte Bush, in der Vergangenheit seien die autoritären Regime in der Region wegen ihrer Ölvorkommen vom Westen nicht behelligt worden. Diese Politik habe bei den unterdrückten Völkern zu Hass und damit zum Terrorismus geführt. Wichtig sei deshalb zunächst, die Freiheit in der Region zu fördern.

Atomenergie als Alternative zu Öl

Zudem müsse der Westen verstärkt auf neue Technologien zur Energieerzeugung setzen. Als beste Alternative zu Öl erscheine ihm zumindest für die USA die Atomenergie, sagte Bush. Zur Begründung führte er unter anderem an, dass dabei weniger Emissionen entstünden. Der Präsident räumte jedoch ein, dass "viele Menschen sich vor Atomkraft fürchten".

An die deutschen Teilnehmer gerichtet erklärte Bush, ein Grund für Missverständnisse in der Vergangenheit könnten unterschiedliche Betrachtungsweisen der Terroranschläge des 11. September 2001 sein. Für ihn seien diese nicht nur ein furchtbares, aber trotz allem unvergängliches Ereignis gewesen. "Für mich, meine Regierung und viele in den Vereinigten Staaten hat es die Sichtweise auf den 11. September dauerhaft verändert."

Teilnehmer der Gesprächsrunde im Mozartsaal des Mainzer Schlosses waren Schüler, Studenten und junge Führungskräften aus Deutschland und den USA. Ausgewählt wurden die 30 jungen Leute von Organisationen wie dem Aspen Institute, deutschen und amerikanischen Unternehmen, den Universitäten Bonn und Kiel sowie von zwei Schulen, dem Gymnasium Carolinum in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) und dem Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium im thüringischen Vacha. Die 15 Deutschen und 15 Amerikaner hatten sich in Austausch- oder Forschungsprogrammen mit den Beziehungen zwischen Deutschland und den USA befasst. (APA/AP)

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