Flug-Ausfälle wegen Bush: Lufthansa prüft Schadenersatzforderungen

24. Februar 2005, 09:58
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100 Flüge wurden wegen Sicherheitsmaßnahmen und Schlechtwetter gestrichen

Frankfurt - Die Deutsche Lufthansa prüft wegen zahlreicher gestrichener Flüge anlässlich des Deutschland-Besuchs von US-Präsident George W. Bush am Mittwoch Schadenersatzforderungen gegen die bundeseigene Deutsche Flugsicherung (DFS). Die Flugsicherung habe aus nicht nachvollziehbaren Gründen erst am Vorabend die Sicherheitsvorkehrungen für die Ankunft des US-Präsidenten am Frankfurter Flughafen verschärft. "Wer jetzt vor allem das Wetter als Ursache für zahlreiche gestrichene Flüge anführt, macht das Wetter schlechter als es war", sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Wir behalten uns deshalb Schadenersatzforderungen gegen die Deutsche Flugsicherung vor."

Schadenshöhe unklar

Insgesamt wurden bis zum Mittag am zweitgrößten europäischen Flughafen nach Angaben des Betreibers Fraport gut 100 Flüge gestrichen bzw. verschoben. Lufthansa ließ nach eigenen Angaben allein 75 Flüge mit 4.850 Passagieren ausfallen. Zahlreiche Flüge hatten Verspätungen. Zur Schadenshöhe könne Lufthansa noch nichts sagen.

Seit voriger Woche müssen nach einer neuen EU-Verordnung Fluggesellschaften für Verspätungen oder kurzfristigem Flugausfall unabhängig von der Ursache Entschädigungen zahlen.

Zur Ankunft des US-Präsidenten ruhte der Flugbetrieb nach Fraport-Angaben knapp 40 Minuten. Zudem habe die Flugsicherung am Vorabend zusätzlich verfügt, die zulässige Zahl der ankommenden und abfliegenden Flugzeuge um rund die Hälfte zu verringern, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Bei der DFS hieß es, die Sicherheitsmaßnahmen seien in den vergangenen Tagen auf Bitten des deutschen Verkehrsministeriums noch einmal verändert worden. Auch für den Abflug Bushs am Nachmittag ist ein vorübergehender Betriebsstopp geplant.

Österreich war bloß in einem Fall betroffen: Eine aus Frankfurt kommende Maschine landete mit zirka einstündiger Verspätung in Wien (APA/Reuters)

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