Austria Magna brandheiß

24. Februar 2005, 21:50
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Veilchen vor erstem Bewerbsspiel im neuen Jahr topmotiviert- Bilbao wurde gründlich studiert - Kiesenebner voll im Training

Wien - Mit achttägiger Verzögerung, die der Winter dem Verein mit dem widrigen Platz verursacht hat, dürfte es im zweiten Anlauf klappen. Der Wettergott sollte diesmal mitspielen und so bestreiten Austria Magna und Athletic Bilbao am Donnerstag im Wiener Happel-Stadion das Sechzehntenfinal-Hinspiel zum Fußball-UEFA-Cup.

Für die Wiener geht damit die Zeit des langen Wartens auf das erste Bewerbsspiel in diesem Jahr endlich zu Ende. "Wir sind zu 100 Prozent motiviert, brennen aufs Spielen", versichert der violette Sportmanager Günter Kronsteiner.

Die Veilchen, die noch nicht genau wissen, wo sie nach der Vorbereitung leistungsmäßig stehen, haben ob der winterlichen Bedingungen fast täglich im Training improvisieren müssen. "Seit Marbella haben wir keine normalen Übungseinheiten gehabt, was aber nicht als Ausrede gelten darf. Jeder Einzelne möchte spielen, kann beweisen, dass er mindestens gleich gut wie sein Gegenspieler ist. Auch das kann Berge versetzen", hat der Steirer volles Vertrauen in seine Truppe. Würde er Toto spielen, dann hießen seine Tipps 1 und X.

Von den Basken, die seit 5. Dezember in zehn Liga-Spielen ungeschlagen sind, weiß Austria alles. Der aktuelle Tabellenachte der Primera Division wurde insgesamt fünf Mal live beobachtet und anhand von sechs weiteren Videos studiert. "Mit Ausnahme unseres eigenen Teams kennen wir Athletic jetzt so gut wie keinen anderen Verein", sagt Kronsteiner voll Überzeugung. Gegen die Schützlinge von Ernesto Valverde, die mit Etxeberria über den "besten Konterspieler Spaniens" und mit Yeste über einen "genialen Linken" verfügen, darf man sich keine Fehler leisten.

"Sie spielen schnell, präzise, direkt, agieren meist mit langen Vorlagen, sind blitzschnell vor dem gegnerischen Tor. Wir müssen taktisch sehr geschickt spielen, dürfen uns im Abwehrbereich keine Blöße geben, das wäre tödlich", betont Kronsteiner. Dass die Gäste nach dem 2:0 im Bernabeu gegen Real Madrid zusätzlich mit breiter Brust anreisen, ist verständlich. "Bilbao will UEFA-Cup-Sieger werden und hat auch das Potenzial dazu", sagt der Sportmanager, der die Aufstiegschancen seiner Mannen in den zwei Partien mit 40:60 beziffert.

"Vielleicht unterschätzen sie uns, sind ein bisschen müde. Wir sind nicht so weit weg, haben ebenfalls Qualität in unseren Reihen, nach dem Sieg gegen Real Saragossa registrierte man uns auch in Spanien. Wir werden von Athletic 100 Prozent ernst genommen", meint Kronsteiner, der während des Trainingslagers in Marbella an vier Tagen Bilbao-Spione mit Video-Kameras ausgemacht hat und nach dem Spiel Real - Bilbao (0:2) seine Innenverteidiger Afolabi und Antonsson über jene des "Weißen Balletts" stellt. Die Wahrheit wird man auf dem Platz sehen.

Zum Personellen: In den Reihen der Basken fehlen Tiko (gesperrt) und Javi Gonzalez (blessiert). Im Vergleich zur Vorwoche sind diesmal auch Joseba Llorente (wurde geschont) und Mari Lacruz (war verletzt) nach Wien gekommen. Nicht kann ganz fit sind Yeste, der nach dem Montag-Training über Achillessehnenprobleme klagte, und Etxeberria. Die Austria meldete mit Adam Petrous (im UEFA-Cup noch nicht spielberechtigt) vorerst nur einen Fixausfall. Markus Kiesenebner hat nach seiner Muskelzerrung das Training voll mitgemacht, sein Mitwirken war fraglich. "Theoretisch ist er einsatzfähig, ob er im Kader steht, entscheidet sich nach dem Abschlusstraining", erklärte Kronsteiner. (APA)

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