Was Motorradfahrerinnen wünschen

23. Februar 2005, 13:30
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Jedes fünfte Bike gehört einer Frau - Funktionalität steht im Vordergrund

Wien - Frauen drehen immer öfter am Gasgriff eines Motorrades. Doch nicht immer passen Fahrzeug und Ausrüstung. Die frauenspezifischen Wünsche waren das Thema eines Symposiums der Arge2Rad am Dienstagabend im Technischen Museum Wien. Der Tenor: Funktionalität statt lautem Auspuff.

Frauen fahren umsichtiger

Laut einer Untersuchung, die von der Vereinigung der Motorradimporteure Arge2Rad in Auftrag gegeben wurde, ist bereits jedes fünfte Bike in Österreich im Besitz einer Frau. Betrachtet man die Unfallzahlen bei den Einspurigen, ist es eine logische Entwicklung, dass Frauen "heiße Öfen" zunehmend selbst pilotieren, sagte Motorjournalistin Elisabeth Pechmann. Die Wahrscheinlichkeit, als Sozia verletzt oder getötet zu werden, sei ungleich höher, denn als Lenkerin. Dabei fahren Frauen generell offenbar umsichtiger. Pechmann: "Sterben als Motorradlenker ist männlich."

Kritikpunkte

Was Pechmann allerdings wie die Motorrad fahrende Schauspielerin Monica Weinzettl kritisierte: Die Industrie nehme noch zu wenig Rücksicht auf die weibliche Kundschaft. Dabei gehe es aber nicht in erster Linie um eine möglichst niedrige Sitzhöhe und geringes Gewicht, sondern um die Ergonomie wie etwa den Abstand zwischen Sitz und Lenker. Diese Punkte bereiten laut den Expertinnen aber auch zahlreichen Männer Probleme.

Mehr Alltagstauglichkeit der Bikes wünschte sich die Nationalratsabgeordnete und leidenschaftliche Motorradfahrerin Petra Bayr (S). Im Gegensatz zu den Männern würden Frauen das einspurige Gefährt auch oft im Alltag einsetzen. Statt Chrom, Tuning und lautem Auspuff sei eine geeignete Transportmöglichkeit von Geschäftsunterlagen oder von Einkäufen gefragt.

Wenig Freude hat Bayr mit den Werkstätten. Oft seien diese nicht besonders frauenfreundlich. Sie und ihre Geschlechtsgenossinnen würden meist als unwissendes Wesen behandelt. "Mehr Frauen in der Motorradbranche", lautet daher ihr Wunsch.

Einig waren sich die Expertinnen bei der Notwendigkeit von Fahrsicherheitstrainings. Die Frauen seien viel eifriger bei der Sache. Allerdings ließen sie sich leider viel zu oft von Männern bei der Wahl ihres Bikes dreinreden. Pechmann: "Viele sitzen auf dem für sie falschen Motorrad." (APA)

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    Die Industrie nimmt noch zu wenig Rücksicht auf die weibliche Kundschaft.
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