Soziale Herkunft bestimmt Bildungsbeteiligung

8. Juli 2005, 11:10
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Zwischen sozialem Hintergrund der Eltern und der Ausbildung der Kinder besteht ein deutlicher Zusammenhang. Dies wird nun auch durch Daten aus der Volkszählung 2001 bestätigt

Das größte Gewicht spielt dabei der Bildungshintergrund der Eltern: "Noch immer sind Kinder, deren Eltern den höheren Bildungsschichten angehören, in den höheren Schulen und unter den Studenten überrepräsentiert, führt der Bildungsweg von 90 Prozent der Akademikerkinder zur Reifeprüfung, während sich etwa die Hälfte der Arbeiterkinder in einer Lehrlingsausbildung befindet", heißt es in der neusten Ausgabe der "Statistischen Nachrichten" von Statistik Austria.

Mehr als drei Viertel (77,3 Prozent) der zwölfjährigen Kinder aus Akademikerfamilien besuchen das Gymnasium, 21,7 Prozent die Hauptschule. Von den Kindern mit Eltern mit Matura als höchster abgeschlossener Ausbildung sind mehr als die Hälfte (58,5 Prozent) in der AHS. Eltern mit mittlerer Ausbildung wie Lehre oder Fachschule schicken ihre Kinder dagegen überwiegend in die Hauptschule (rund drei von vier Kindern). In Familien, in denen die Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben, besuchen 82,8 Prozent der Zwölfjährigen die Hauptschule. Bei diesem Bildungsstatus ist auch die Quote des Sonderschulbesuchs mit 3,3 Prozent doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Familien (1,6 Prozent).

Auch für die 16-Jährigen gilt Ähnliches: In Akademikerfamilien besuchen 69,3 Prozent der Kinder dieses Alters ein Gymnasium, 21,4 Prozent eine berufsbildende höhere Schule. Nur wenige sind in einer Fachschule (4,4 Prozent) oder machen eine Lehre (3,4 Prozent). Dagegen gehen weniger als ein Drittel der 16-Jährigen, deren Eltern nur Pflichtschulausbildung aufweisen, in eine höhere Schule. Ähnliche Resultate liefert die Analyse nach Stellung der Eltern im Berufsleben. (APA)

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    Aufteilung 12-jähriger Schüler auf AHS und Hauptschule nach Ausbildung der Eltern - Säulengrafik

    Anteil der 16-Jährigen, die noch in Ausbildung sind bei Österreichern sowie Migrantenkindern - Tortengrafik

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