Vulkangesteinfasern lassen Schiffsbohrwürmer den Appetit verlieren

1. März 2005, 13:31
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Umweltfreundlicher Schutz von Holzplanken gegen gefräßige Muschel

Wilhelmshaven - Um dem Schiffsbohrwurm, einem der gefräßigsten maritimen Holzschädlinge, den Appetit zu verderben, haben Forscher eine neue Methode entwickelt: Spezielle Gewebe aus so genannten basaltischen Fasern könnten in Zukunft umweltverträgliche Abhilfe schaffen. Das aus vulkanischem Gestein gewonnene Material, wird industriell geschmolzen und speziell gewoben und anschließend werden Holzteile damit umwickelt, berichtet das Wilhelmhavener Forschungszentrum Terramare.

Der Schiffsbohrwurm ist eine gefräßige Muschel, die bis zu 45 Zentimeter lang werden kann und mächtigen Appetit auf Holz hat. Betroffen von dem Appetit sind sowohl hölzerne Schiffe als auch Hafenanlagen und Schutzbauwerke. Allein in der Nord- und Ostsee verursachen die Schädlinge Schäden in Millionenhöhe. Terramare hat gemeinsam mit dem Unternehmen KDS, einem Handelsunternehmen für Spezialfasern den Plan zum Schutz der Holzkonstruktionen entwickelt.

Umweltschädliche Öle und teure Tropenhölzer

Früher verwendete man Kreosot-Schutzanstriche oder man benagelte die mit Meerwasser in Kontakt stehenden Hölzer mit Kupfernägeln oder -platten. Heute ist der Anstrich mit dem stark rauchartig riechenden gelben Öl ebenso wie viele andere giftigen Schutzmitteln unter Umweltgesichtspunkten nicht mehr praktikabel. Auch harte Tropenhölzer, selbst die aus nachhaltiger Forstwirtschaft, sind aus Kostengründen meist keine Alternative.

Basalt ist ein Vulkangestein, das üblicherweise weit mehr als ein Drittel der aus Vulkanen ausgetretenen Schmelzen ausmacht. Industriell geschmolzen lässt sich daraus ein Hightech-Fasermaterial gewinnen, mit dem man, auf spezielle Weise verwoben, Planken überziehen und Balken umwickeln kann. In Versuchen konnten die Forscher zeigen, dass die basaltischen Fasern einen effektiven Schutz vor dem Schiffsbohrwurm bieten. Ungeschützte Kontrollhölzer, zeigten extremen Befall, an den faserumhüllten Balken dagegen wurde nicht ein einziger Bohrwurm gefunden.

Inzwischen ist das Verfahren patentiert worden. Die Wissenschaftler wollen nun auch andere Unterwasserstrukturen wie zum Beispiel Bojen mit dem Gewebe aus Vulkanmineralfasern schützen. (pte)

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    Schiffsbohrwurm ist eigentlich eine Muschel und kann bis zu 45 Zentimeter lang werden kann.

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