Einfluss von Elektrosmog auf den Schlaf

27. Februar 2005, 19:26
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Grazer Forscher stellen in Bregenz Ergebnisse eines Pilotprojekts vor

Bregenz - Ein derzeit laufendes Forschungsprojekt der Technischen Universität Graz geht möglichen Zusammenhängen von Schlafstörungen und Elektrosmogbelastung nach. Insbesondere soll der Einfluss von elektromagnetischen Feldern von Mobilfunksendemasten untersucht werden. Am Dienstagnachmittag informierte der Grazer Elektrosmog-Forscher Norbert Leitgeb in Bregenz über Ergebnisse eines Pilotprojekts, die er mit Hilfe von drei Vorarlberger Probanden gewonnen hat.

Die bisher durchgeführten Feldstudien haben ergeben, dass der Anteil des Mobilfunks an den Elektrosmog-Verhältnissen vor Ort im Vergleich zu anderen Verursachern gering war. Als weiteres Ergebnis wurde von Leitgeb formuliert, dass Schlafgestörte "elektroempfindlicher" waren als Personen, denen der Schlaf weniger Probleme bereitete. Weitere Schlüsse aus diesen Resultaten, etwa ob die Schlafqualität von der Elektroempfindlichkeit abhängig ist, wollte Leitgeb vor Abschluss der Hauptstudie nicht ziehen. Mit dem Endbericht ist im Frühjahr 2006 zu rechnen.

Besonderes Versuchs-Design

Leitgeb hob speziell das besondere Design der Studie hervor. Erstmals habe man die physiologischen Messungen in den Wohnungen der Probanden vorgenommen, betonte Leitgeb. Damit hätten die Test-Teilnehmer in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben und ihren normalen Tagesrhythmus pflegen können. Der Schlaf der Probanden, die in der Nähe von Mobilfunksendemasten wohnen, wurde jeweils zwölf Nächte lang beobachtet: Ihre Hirnströme wurden per Elektroenzephalogramm (EEG) überwacht, die Augenbewegungen mit einem Elektro-Okulogramm festgehalten. Parallel dazu wurde die Herztätigkeit erhoben. An jedem Abend wurden die Elektroempfindlichkeit der Probanden gemessen und Reaktionstests durchgeführt, schilderte Leitgeb.

Die Auswirkungen von Veränderungen der elektromagnetischen Feldstärke auf Schlafgüte und Erholungseffekt der Probanden wurden mit Hilfe einer Elektrosmogabschirmung untersucht. Die Probanden wurden aber im Unklaren darüber gelassen, ob sie in der Nacht Elektrosmog ausgesetzt waren oder nicht. (APA)

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