Noch mehr Tsunami-Opfer

23. Februar 2005, 21:20
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Indonesien: Zahl der offiziell registrierten Opfer um 4000 nach oben korrigiert

Jakarta – Die Zahl der in Indonesien offiziell registrierten Todesopfer der Flutwellenkatastrophe ist um über 4000 auf 127.414 gestiegen, wie das Sozialministerium in Jakarta am Montagabend mitteilte.

Die Zahl der Vermissten wird von dem Ministerium jetzt mit 116.368 beziffert, das ist eine Steigerung um über 104.000 gegenüber seinen früheren Angaben. Eine Beamtin des Ministeriums erklärte, die Angaben fußten auf Meldungen von Mitarbeitern einer speziellen Arbeitsgruppe, die in der am schwersten betroffenen Provinz Aceh tätig sind.

Keine Erklärung

Die Beamtin hatte keine Erklärung für den sprunghaften Anstieg der Zahlen. Allerdings hatten Angehörige von Hilfsorganisationen bereits früher erklärt, eine vorher von dem Ministerium verbreitete Zahl von 12.046 Vermissten sei unerklärbar niedrig. Die Behörde für Koordination der Katastrophenhilfe, die eine eigene Statistik führt, sprach am Montag von mindestens 122.360 Todesopfern, nachdem in Aceh 1013 weitere Leichen entdeckt worden seien. Die von ihr erfasste Vermisstenzahl sank um rund 1000 auf 113.937.

Vorgeschädigte Küsten

Die in Nairobi beheimatete UN-Umweltagentur berichtete, von Umweltverschmutzungen und Raubbau vorgeschädigte Küstenstriche seien bei der Naturkatastrophe vom 26. Dezember schwerer mitgenommen worden als gut erhaltene. Küsten mit Mangrovenwäldern, bewachsenen Dünen und vorgelagerten Korallenriffen hätten sich dagegen besser gehalten, erklärte der Direktor der Agentur, Klaus Töpfer.

Präsidentenreise

Die früheren US-Präsidenten Bill Clinton und George Bush haben am Montagabend ihre dreitägige Reise in die Tsunami-Katastrophenregion mit einem Aufruf an Touristen zur Rückkehr in die südasiatischen Urlaubsparadiese beendet.

„Hier ist es so schön, dass jeder, der nicht hierher kommt, etwas verpasst“, sagte der 80-jährige Vater des derzeitigen US-Präsidenten George W. Bush am bei einer Pressekonferenz in einer Fünf-Sterne- Hotelanlage auf den Malediven. (AFP, Reuters)

(AFP, Reuters)

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