Studie: Tsunami schwemmt Giftmüll an Somalias Küste

23. Februar 2005, 21:20
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Bewohner klagen über Atembeschwerden, Blutungen im Mund und Hautkrankheiten

Nairobi - Gut zwei Monate nach der Tsunami-Katastrophe zeigen sich immer mehr dramatische Folgen für die Umwelt. Vor der Küste Somalias hat das Seebeben und die Welle Giftmüll im Wasser aufgewirbelt, der dort seit Jahren illegal versenkt wird. Dies ist ein Ergebnis einer am Dienstag in Nairobi vorgestellten Studie des UN-Umweltprogramms (UNEP) über die langfristigen Folgen der Tsunami- Katastrophe.

"Durch den Tsunami wurde Giftmüll an die Strände geschwemmt. Viele Bewohner klagen über Atembeschwerden, Blutungen im Mund und Hautkrankheiten", heißt es in dem Bericht.

Entsorgungskosten

Nach Schätzungen von Experten kostet es etwa 2,50 Dollar (1,89 Euro) eine Tonne Giftmüll vor der afrikanischen Küste zu versenken. In Europa müssten 250 Dollar (189 Euro) für die Entsorgung bezahlt werden. Die Experten empfehlen außerdem, bei den Wiederaufbauarbeiten alte Fehler zu vermeiden und gefährdete Gebiete gar nicht erst zu bebauen.

Zudem müsse noch mehr für den Erhalt der Mangrovenwälder und Korallenriffs getan werden, da diese die Flutwellen abhalten können. "Wo die Pflanzenwelt der Küsten intakt war, ist der Schaden weniger schlimm ausgefallen", betonte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. "Nun gibt es noch einen Grund mehr, diese Ökosysteme zu schützen." (APA/dpa)

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