Der Klang der jazzigen Solidarität

28. Februar 2005, 20:06
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Bernie Mallinger präsentiert seine neue CD im Stockwerk in Graz - Der Jazzclub steckt in akuten Finanznöten

Schnell kann's gehen. Eben feiert man mit einem dichten Herbstprogramm noch den zehnten Geburtstag, erlebt dabei unerwartete Publikumsflops, und schon sieht sich ein wichtiger Jazzklub in Finanznot. Dergestalt, dass Otmar Klammer, seit Jahrzehnten als Veranstalter, Journalist und Lobbyist einer der rührigsten Köpfe der Grazer Jazzszene, sich zu Jahresbeginn gezwungen sah, für das von ihm geleitete "Stockwerk" am Jakominiplatz die Veranstaltungen bis Ende April auszusetzen.

Das Grazer Publikum sei gesättigt durch das Kulturhauptstadtjahr, mutmaßt er. Wobei wohl auch das von Stadt und Land mit üppigen 800.000 Euro finanzierte, gratis zugängliche "Jazz-Sommer"-Festival den Grazer Klubs das Leben nicht eben erleichtert. Die sich auf 20.000 Euro belaufenden Verbindlichkeiten des "Stockwerk" sind dagegen im Grunde Peanuts, erst recht die 7000, die bis Ende Februar auf dem Tisch liegen müssen. Gespräche mit den Subventionsgebern laufen, die Lage ist dennoch ernst. Der Stellenwert des Klubs lässt sich indessen an anderen Solidaritätsbekundungen ermessen. Ein Opernsänger, der anonym bleiben wolle, habe sich mit einer Spende von 1000 Euro eingestellt, so Klammer.

Und mancher Musiker findet dennoch seinen Weg ins "Stockwerk", ohne dessen Budget zu belasten. So etwa am Mittwoch der Kärntner Jazzgeiger Bernie Mallinger, der hier seine neue CD präsentiert. Mögen sich diese Unterstützungstaten mehren! Rechtzeitig . . . (felb/DER STANDARD, Printausgabe, 23.02.2005)

23. 2., Stockwerk, 8010 Graz, Jakominiplatz 18, (0316) 83 39 48, 20.00
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    foto: stockwerk
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