Folter irakischer Frauen verstärkt

22. Februar 2005, 14:15
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Misshandlungen, Vergewaltigungen und Morde nach Irak-Krieg angestiegen

London - Die Lage irakischer Frauen hat sich nach Einschätzung der Menschenrechts-Organisation amnesty international (ai) seit dem Sturz des Baath-Regimes von Saddam Hussein in vielen Punkten nicht verbessert. Noch immer werden Frauen demnach besonders oft Opfer von Gewalt. In der Haft von US-Truppen drohten ihnen "Folter und Misshandlung", kritisierte ai in einem am Dienstag in London veröffentlichten Bericht. Auch Fälle sexueller Misshandlungen "möglicherweise einschließlich Vergewaltigung" würden den amerikanischen Soldaten vorgeworfen, schrieb Amnesty.

Frauen trauen sich nicht aus dem Haus

Zur Zeit Saddam Husseins hätten irakische Frauen "unter brutaler Unterdrückung gelitten". Doch in den ersten Monaten nach dem Irak-Krieg seien sie durch die wachsende Zahl von Morden, Vergewaltigungen und Entführungen noch öfter Opfer von Verbrechen geworden. Inzwischen habe sich die Lage gebessert, doch noch immer trauten sich viele Frauen nicht aus dem Haus. Vom Aufbau einer neuen demokratischen Gesellschaft seien sie dadurch ausgeschlossen. Ihre neu gewonnenen Freiheiten würden außerdem von konservativen religiösen Gruppen bedroht.

"Nun müssen die irakischen Behörden ein deutliches Signal geben, dass diese Misshandlungen nicht mehr geduldet werden", forderte die britische ai-Direktorin Kate Allen. Die geplante Verfassung müsse jede Diskriminierung von Frauen verbieten. (APA)

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