Buh-Rufe für Dörries "Rigoletto" in München

22. Februar 2005, 17:37
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Ungewöhnliche Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper: Regisseurin verwandelte Nationaltheater in "Planet der Affen"

München - Mit Buhrufen hat das Premierenpublikum im Münchner Nationaltheater am Montagabend auf eine ungewöhnliche Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper "Rigoletto" reagiert. Dorris Dörrie verwandelte das Theater in einen "Planeten der Affen". Bei ihrer Neuinszenierung stellte sie eine entmenschlichte Welt dar, in der die Affen regieren. Auch Rigolettos Tochter Gilda liebt einen Affen - ähnlich wie in dem Film "King Kong", der wie "Krieg der Sterne" Pate für Dörries Regiekonzept stand.

Filmisch geprägte Sichtweise

Der vor allem filmisch geprägten Sichtweise der erfolgreichen 49-jährigen Filmregisseurin ("Männer"), die in Berlin bereits Mozarts "Cosi fan tutte" und Giacomo Puccinis "Turandot" inszeniert hat, ist das Premierenpublikum offenbar nicht gefolgt. Neben spärlichem Beifall gab es empörte Buhrufe für einen ungewöhnlichen Opernabend (Ausstattung Bernd Lepel).

Chor und Bayerisches Staatsorchester wurden dagegen gefeiert

Gefeiert wurden dagegen der Chor und das Bayerische Staatsorchester unter der Leitung von Zubin Mehta. Die Hauptpartien mit Diana Damrau als Gilda und Tito Beltrán als Herzog von Mantua, der kurzfristig für den erkrankten Ramón Vargas einsprang, wurden mit begeistertem Applaus bedacht, während Mark Delavan als Rigoletto auch Buhrufe erhielt.

Dörrie: "Ich will die Wucht der Musik in kraftvolle emotionale Bilder umsetzen"

Für die Filmemacherin geht es um einen neuen Blick auf die Oper, damit auch junge Menschen ins Theater gehen. "Ich will die Wucht der Musik in kraftvolle emotionale Bilder umsetzen", sagte sie im Vorfeld der Premiere. "Dafür ist die Oper ein wunderbarer Platz." Als nächste Oper wird sie am Münchner Gärtnerplatztheater im Mai Puccinis "Madame Butterfly" inszenieren. (APA/dpa)

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