Erdbeben nur 250 Kilometer von Bam entfernt - Erinnerungen an Dezember 2003

22. Februar 2005, 16:45
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Mit 6,4 auf der Richterskala hatten beide Beben die selbe Stärke

Das Erdbeben in der südostiranischen Provinz Kerman hat am Dienstag schlagartig die Erinnerungen an die verheerenden Erdstöße vor 14 Monaten geweckt, bei denen die historische Stadt Bam zerstört wurde. Die dieses Mal am schwersten betroffene Stadt Sarand ist nur 250 Kilometer von Bam entfernt; mit 6,4 auf der Richterskala hatten beide Beben die selbe Stärke. Und wie in Bam wurden die Menschen auch diesmal am frühen Morgen im Schlaf überrascht.

Vor 14 Monaten hatte das Beben in Bam die Menschen weltweit erschüttert. Am 26. Dezember 2003 wurde die Stadt mit ihrer historischen Lehmzitadelle innerhalb von wenigen Minuten fast vollständig dem Erdboden gleichgemacht, rund 30.000 Menschen starben. Mitgefühl und Hilfsbereitschaft waren am zweiten Weihnachtstag und auch in den Wochen danach groß; doch schnell verschwand die Tragödie auch wieder aus den Schlagzeilen. Die Gedenkfeiern zum 1. Jahrestag von Bam wiederum wurden von der noch verheerenderen Flutkatastrophe in Südasien mit zehn Mal so vielen Opfern aus den Nachrichten verdrängt.

Während nun in Sarand die Erde bebte, sitzen viele Menschen in Bam immer noch auf den Trümmern von 2003. Von den versprochenen Geldern sahen sie nach eigenen Angaben nicht viel. Tatsächlich floss bisher nur ein Bruchteil der zugesagten Hilfen von rund hundert Millionen Dollar in den Wiederaufbau der Stadt - was sich die iranischen Behörden nach Angaben westlicher Helfer zum Teil selbst zuzuschreiben haben. Ihre Korruption, bürokratische Kleinkrämerei sowie ihre Weigerung, die Hilfsorganisationen an Projekten zu beteiligen, hätten die Hilfsbereitschaft erlahmen lassen. (APA/AFP)

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