Nachlese: Massenmord-Anklage gegen Expräsidenten

13. Dezember 2005, 12:22
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Gonzalo Sanchez de Lozada muss sich wegen blutiger Niederschlagung von Demonstrationen verantworten

La Paz - Der im amerikanischen Exil lebende frühere bolivianische Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada ist in seiner Heimat wegen Massenmordes angeklagt worden. Den gleichen Vorwurf erhob die Staatsanwaltschaft gegen die 13 Minister seiner Regierung, die bis zu seinem durch Massendemonstrationen erzwungenen Rücktritt im Oktober 2003 im Amt war.

Lozada hatte vor knapp eineinhalb Jahren vergeblich versucht, landesweite Proteste gegen seine Regierung und gegen den Export von Erdgas über chilenische Häfen durch hartes Durchgreifen von Polizei und Militär zu beenden. Bei den Unruhen im so genannten Schwarzen Oktober waren 56 Menschen getötet und 411 Menschen verletzt worden. Als die Lage unhaltbar wurde, setzten sich der Präsident und andere Kabinettsmitglieder Hals über Kopf in die USA ab, wo er seither lebt. (APA/dpa)

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    Ob die USA Gonzalo Sanchez de Lozada ausliefern, ist noch nicht klar.

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