Erst Schnee, dann Matsch, bald Glatteis

23. Februar 2005, 08:47
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Verspätungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien und Linz - Unfälle in Niederösterreich - Probleme mit Säuberung

Im Osten Österreichs hat es in der Nacht auf Dienstag erneut teilweise kräftig geschneit. Vor allem in Wien, Linz und Teilen Niederösterreichs kam es zu Verkehrsbehinderungen. Und schon drohte neues Ungemach: In der Nacht auf Mittwoch könnten sich noch mit Matsch bedeckte Gehsteige und Fahrbahnen in gefährliche Rutschflächen verwandeln: Der ARBÖ gab für Wien, Niederösterreich und Teile Oberösterreichs "akute Glatteiswarnung" aus.

Wien

In Wien hatten am Dienstagvormittag Autobusse und Straßenbahnen Verspätungen. 1.300 Mitarbeiter des Winterdienstes und 350 Räumfahrzeuge waren im Einsatz. Die Kurzparkzonen-Regelung wurde bis Mitternacht aufgehoben. Erst am Vormittag entspannte sich die Lage wegen der steigenden Temperaturen. Von November bis Ende Jänner wurden vom Winterdienst 8.341 Tonnen Splitt, 5.071 Tonnen Salz und 94 Tonnen Kaliumkarbonat eingesetzt - ungefähr gleich viel wie im Vorjahr. Am Dienstag gab es vor allem Probleme mit der Säuberung im Bereich der Hausverwaltungen. "Viele Gehsteige sind nicht geräumt", sagte Manfred Skerlan vom Winterdienst, "besonders dort, wo die Gehsteigfirmen dafür verantwortlich sind."

Oberösterreich

Zum Teil chaotische Zustände erlebten Fahrzeuglenker in Oberösterreich. An fast allen Steigungen im Land blieben Lkw hängen, auch in Linz waren höher gelegene Stadtteile nur mit Winterausrüstung erreichbar. Die für den öffentlichen Verkehr zuständige Linz AG meldete Probleme bei Autobus- und Obuslinien. Fußgänger hatten, als sich der Schnee in Matsch verwandelte, Schwierigkeiten beim Weiterkommen.

Niederösterreich

In Niederösterreich fielen landesweit fünf bis 15 Zentimeter Neuschnee, im Raum Wart und Aspang bis zu 30. Die Folge waren Matsch und Schnee auf praktisch allen Straßenverbindungen. Auf der Außenringautobahn (A21) wurde Kettenpflicht für Kfz über 7,5 Tonnen verfügt. Die Westautobahn (A1) war vorerst ab St. Pölten in Fahrtrichtung Wien für Schwerfahrzeuge gesperrt. In Haidershofen (Bezirk Amstetten) geriet ein Auto auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und stieß eine Schülerin (17) nieder. Das Mädchen wurde schwer verletzt. Der Wintereinsatz hat bis Ende Jänner 37 Mio. Euro gekostet, bis Ende Februar wird von 50 bis 55 Mio. Euro ausgegangen.

Kärnten

In Kärnten hat der kräftige Neuschneezuwachs der vergangenen zwei Tage zu einem Ansteigen der Lawinengefahr geführt. In der Nacht auf Dienstag hat es 25 bis 70 Zentimeter geschneit, ein Verkehrschaos blieb aus. Trotz des derzeitigen Großeinsatzes der Schneeräumung wird es für Land und Kommunen ein vergleichsweise billiger Winter. Normalerweise kostet der Winterdienst des Landes rund sechs Millionen Euro. Während der Winter 2003/2004 mit fast neun Millionen sehr teuer kam, rechnet man bei der Straßenbauabteilung des Landes in dieser Saison mit Einsparungen von ein bis zwei Millionen, da die Schneepflüge bisher die meiste Zeit in den Garagen blieben.

Vorarlberg

Schneefälle in den frühen Morgenstunden führten in Vorarlberg zu schwierigen Verhältnissen: Auf der Rheintalautobahn A14 ereigneten sich in Fahrtrichtung Tirol mehrere Auffahrunfälle, die für kurze Zeit eine Sperre notwendig machten. Die Lawinengefahr wurde als überwiegend mäßig (Stufe 2) taxiert.

Tirol

Die Lawinengefahr in Tirol ging langsam zurück. Während oberhalb von 2.000 Metern zum Teil noch erhebliches Risiko bestand (Stufe 3 der fünfteiligen Skala) bestand, galt in den niedriger gelegenen Gebieten nur noch die Stufe 2. Die Neuschneemengen fielen gering aus: In den vergangenen 24 Stunden gab es kaum mehr als zehn Zentimeter der "weißen Pracht".

Steiermark

Nachlassender Schneefall führte Dienstagvormittag zu einer Beruhigung der Verkehrssituation auf den steirischen Straßen. Bergstraßen sollten nur mit Winterausrüstung befahren werden. Lawinenwarnstufe 3, erhebliche Gefahr, blieb in den östlichen Nordalpen und östlichen und westlichen Randgebirge aufrecht. Die Kosten für die Schneeräumungen in Graz belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro. Nach dem Schneechaos der vergangenen Wochen verschlangen die Räumungsarbeiten in der restlichen Steiermark pro Tag etwa 210.000 Euro, erklärte das Büro von Infrastruktur-Landesrat Leopold Schöggl (F). Das sei das Dreifache der üblichen Kosten.

Salzburg

Bescheiden fielen die Schneefälle an den vergangenen beiden Tagen in Salzburg aus. Die Lawinengefahr blieb mäßig. Insgesamt dürfte der Winter 2004/05 aber im Land Salzburg mit einem Rekordverbrauch an Streusalz in die Bücher eingehen: 24.800 Tonnen Salz wurden außerhalb der Landeshauptstadt gestreut, das ist die gleiche Menge, die im vergangenen Jahr im gesamten Winter benötigt wurde. Im langjährigen Schnitt findet der Winterdienst pro Jahr mit rund 15.000 Tonnen Streusalz das Auslangen. Die Kosten betragen bereits rund sechs Millionen Euro. (APA)

  • Vor allem in Wien, Linz und
Teilen Niederösterreichs kam es am Dienstag zu Verkehrsbehinderungen.
    foto: standard/cremer

    Vor allem in Wien, Linz und Teilen Niederösterreichs kam es am Dienstag zu Verkehrsbehinderungen.

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