Bush: "Ich suche noch einen guten Cowboy"

22. Februar 2005, 18:47
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US-Präsident und Chirac geben sich versöhnlich: Beziehungen "seit mehr als 200 Jahren exzellent" - Abzug Syriens aus dem Libanon gefordert

Brüssel - Das Treffen von US-Präsident George W. Bush und dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac am Montag in Brüssel war nach amerikanischer Einschätzung das bisher beste der beiden Staatsmänner. Es sei ein ausgesprochen "freundliches und herzliches Treffen" gewesen, sagte ein hoher Beamter der US- Regierung. Es sei spürbar gewesen, dass beide Seiten Differenzen der Vergangenheit beiseite legen und Fortschritte bei den wichtigen Themen Irak, Nahost und Iran wollten.

"Dies war ein sehr guter Tag für die transatlantischen Beziehungen und für Präsident Bush, was die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa bei dem Einsatz für Freiheit in der Welt angeht", sagte der Bush-Berater, dessen Name nicht genannt werden darf. Die gemeinsame Erklärung von Bush und Chirac zum Thema Libanon sei kurzfristig und völlig ohne Komplikationen und Spannungen erarbeitet worden.

Auch über die Absicht der Europäischen Union, das Waffenembargo gegen China aufzuheben, sei offen gesprochen worden, so der Regierungsbeamte. Chirac verstehe die Bedenken der USA, die einerseits die Menschenrechtslage in China kritisieren und andererseits bei der Aufhebung des Embargos eine Verschlechterung der Sicherheitssituation in der Region sehen würden.

Exzellente Beziehungen

US-Präsident George W. Bush und der französische Staatspräsident Jacques Chirac hatten zudem ihre Bereitschaft zur Überwindung der Differenzen über den Irak-Krieg deutlich gemacht. Chirac erklärte, die amerikanisch-französischen Beziehungen seien "seit mehr als 200 Jahren exzellent", auch wenn man sich nicht immer in allem einig sei. Bush erwiderte auf die Frage, ob er Chirac auf seine Privatranch in Texas einladen würde, scherzhaft: "Ich suche noch einen guten Cowboy."

Abzug Syriens gefordert

Diese Worte fielen noch vor einem gemeinsamen Abendessen. Bei diesem haben Bush und Chirac Syrien zum Abzug aus dem Libanon aufgefordert. In einer gemeinsamen Erklärung, die bei ihrem Treffen am Montagabend in Brüssel veröffentlicht wurde, wird zwar Syrien nicht namentlich erwähnt, aber die unverzügliche Umsetzung der entsprechenden UN-Sicherheitsratsresolution verlangt, in der ein souveräner, unabhängiger und demokratischer Libanon eingefordert wird. Syrien hat 15.000 Soldaten in seinem kleinen Nachbarland stationiert.

Warnung an Putin

Bush richtete in Anwesenheit Chiracs außerdem eine Mahnung an Russland, als Mitglied der Welthandelsorganisation WTO eine freie und liberale Wirtschaft sowie offene Märkte zu garantieren. Bush betonte zwar seine freundschaftlichen Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin, aber er werde "ihn daran erinnern, dass seine Interessen im Westen liegen und dass wir gemeinsame Werte teilen ... die wichtig sind." Diese Werte seien nicht nur für die Menschen in Russland wichtig, sondern auch "um gute Beziehungen zum Westen zu haben". (APA/dpa/AP)

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    Bush auf die Frage, ob er Chirac auf seine Privatranch in Texas einladen würde: "Ich suche noch einen guten Cowboy."

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