Innsbrucker Forscher enthüllen Struktur von RNA-Molekülen

28. Februar 2005, 13:11
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Neue Methode zur Röntgen-Strukturanalyse zeigt dreidimensionale Struktur von RNA

Wien - Der genauen Funktion der Ribonukleinsäure (RNA) - gleichsam der kleine Schwester der Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure (DNA) - sind Wissenschafter um Ronald Micura vom Institut für Organische Chemie der Universität Innsbruck auf der Spur. Die Forscher haben eine Methode entwickelt, wie die meist komplizierte, dreidimensionale Struktur von RNA mit Hilfe so genannter Röntgenkristall-Strukturanalyse sichtbar gemacht werden kann. Die Innsbrucker Chemiker veröffentlichten ihre Arbeiten gemeinsam mit deutschen und US-amerikanischen Kollegen in der Online-Ausgabe der britischen Wissenschaftszeitschrift "Nature - Structural and Molecular Biology".

Schon lange bekannt ist die Funktion der RNA als Transportmolekül für Erbinformation. So übernehmen die vergleichsweise kurzen Stränge die auf der DNA gespeicherten Informationen und transportieren sie zu den Orten der Eiweißsynthese in den Zellen, den Ribosomen. Erst vor wenigen Jahren entdeckten Wissenschafter, dass RNA-Moleküle aber auch eigenständig Aufgaben erledigen, ohne dass sie vorher in Eiweißkörper (Proteine) umgesetzt werden. So können sie etwa als Enzyme fungieren und dabei chemische Reaktionen katalysieren - also beschleunigen. Diese RNA-Moleküle werden als Ribozyme bezeichnet.

Im Zuge der nun veröffentlichten Arbeiten war das amerikanisch-deutsch-österreichische Team an RNA-Strukturen interessiert, welche bestimmte Kohlenwasserstoff-Moleküle für die so genannte Diels-Alger Reaktion zusammenführen können. In der Natur finden solche Reaktionen etwa beim Aufbau von organischer Substanz - von Stoffwechselprodukten - statt.

Den Innsbrucker Wissenschaftern ist es gelungen, das künstlich hergestellte RNA-Molekül durch die Einlagerung von Selen derart zu präparieren, dass seine genaue, dreidimensionale Struktur sichtbar wurde. Um die Funktion eines derartigen Moleküls aufzuklären, ist die Kenntnis der Struktur unumgänglich. So zeigen sich am Bild der Kristall-Analyse ausgeprägte Falten und Taschen als Andockstellen für andere Moleküle. (APA)

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