Alternative Lobaustraße mit Tempobremse

25. Februar 2005, 22:03
4 Postings

Global 2000 gegen Schnellstraßenprojekt

Wien - Im Zuge des Baus der Wiener Nordostumfahrung soll auch die Raffineriestraße entlang des Wiener Nationalparks Lobau zu einer "eingedeckelten" Schnellstraße ausgebaut werden. Die Verbindung zwischen Umfahrungsstraße S1 und Tangente stößt bei der Umweltschutzorganisation Global 2000 auf absolute Ablehnung: "Uns ist klar, dass die Großbaustelle und die fertige Schnellstraße mit dem Verschlechterungsverbot des Nationalparks nicht vereinbar sind", betonte Heinz Högelsberger, Verkehrssprecher von Global 2000 am Montag.

Högelsberger präsentierte daher einen Gegenvorschlag, den Architekt Florian Brand und Landschaftsplaner Manfred Schwaba ausgearbeitet haben: ein Straßenrückbau für mehr Erholungsqualität. An den Wochenenden sollte der Zubringer zum Badegebiet der Lobau und der Neuen Donau sogar verkehrsfrei bleiben, fordern die Umweltschützer.

Umgestaltung

Kern des neuen Projekts ist eine Umgestaltung der Fahrbahn. Unter der Woche soll die langsame Zufahrt zum Tanklager weiter möglich sein. Am Wochenende aber sollte die Straße für den Individualverkehr tabu sein.

Badegäste könnten dann künftig mit Bussen, Schiffen oder Ausflugszügen transportiert werden. Dazu müsste bei den Stationen laut Brand die Infrastruktur verbessert werden. Neben einem Fahrradservice wäre auch der Verleih von Grillern und Liegebetten denkbar, da diese in den Öffis nur schwer zu transportieren seien.

Vom Hochwasserschutzdamm aus sollten eigene Aussichtspunkte den Blick in den Nationalpark ermöglichen, schlägt Schwaba vor. Die Straßenfahrbahn sollte nicht mehr schnurgerade sein. Und die Fußgängerübergänge könnten dann auch gleich als Tempobremse wirken. (frei, DER STANDARD – Printausgabe, 22.02.2005))

Share if you care.