Auf stürmischer Budgetsee

28. Februar 2005, 20:35
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Volksoper-Direktor Berger grübelt über Preiserhöhungen und hofft auf höhere Auslastung

Wien - Die Zeit drängt offenbar: Der Maßnahmenkatalog der Bundestheaterholding, mit dem die Nichterhöhung der staatlichen Subvention für Burgtheater, Volks- und Staatsoper in der nächsten Saison kompensiert werden soll, ist noch nicht fertig.

Durch Preiserhöhungen und Umgestaltungen der Preisstruktur von Burgtheater und Staatsoper werden jedoch schon jetzt Aktionen gesetzt, um Einsparungen im künstlerischen Budget zu verhindern - auch Volksopernchef Rudolf Berger hat ähnliche Pläne: "Auch wir werden die Kartenpreise für die nächste Saison erhöhen. Seit 1999 gab es ja keine Erhöhung, wir arbeiten an einem harmonischen Preiskonzept. Ich bin aber dafür, dass die Preise für das Abonnement dieses Jahr nicht erhöht werden."

Insgesamt würde die Preiserhöhung nicht helfen, "den jährlich um eine Million Euro anwachsenden Fehlbetrag, der durch Bezugserhöhungen entsteht, auszugleichen. Die Volksoper braucht in jedem Fall mehr Geld!" Von der Zusammenlegung der Ballettkompanien von Volks- und Staatsoper erwartet sich Berger keine Finanzvorteile - zudem ist die Auslastung momentan mit 73 Prozent nicht unbedingt exzellent.

Berger glaubt aber, bis Saisonende durch Sound of Music, Die verkaufte Braut und Die lustige Witwe wieder knapp an die 80-Prozent-Marke kommen zu können. Zudem betont er, dass es ihm vordringlich auch um künstlerische Statements gehe. Er verweist dabei auf den diesjährigen Schwerpunkt Entartete Musik und auch die Premiere, die am 26. Oktober gezeigt wird: die Holocaust-Oper Sophies Choice.

Auf die Frage, ob in der Holding nach wie vor darüber diskutiert werde, die Gewinne der Staatsoper den anderen Häusern im Notfall doch zur Verfügung zu stellen, meint Berger: "Die Holding ist dazu da, um solche Dinge zu diskutieren. Wäre ich Ioan Holender, ich würde natürlich auch nichts hergeben wollen." (tos/DER STANDARD, Printausgabe, 22.02.2005)

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