HVB baut 2000 Mitarbeiter ab

23. Februar 2005, 13:49
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Milliardenverluste aus Immobiliengeschäften

München - Nach der Deutschen Bank wird am Donnerstag auch HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl einen massiven weiteren Abbau von Arbeitsplätzen ankündigen. Branchenexperten rechnen damit, dass bei der zweitgrößten deutschen Bank, Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), mindestens 2000 Stellen im Inland wegfallen.

"Bei den Mitarbeitern ist die Anspannung natürlich groß, was auf sie zukommt", sagt Aufsichtsrat Klaus Grünewald von der Gewerkschaft ver.di. In Münchner Unternehmenskreisen wird betont, dass die Fälle Deutsche Bank und HypoVereinsbank (HVB) in Sachen Stellenabbau nicht ganz vergleichbar sind.

Schließlich habe die Deutsche Bank mit der Streichung von 6400 Arbeitsplätzen zeitgleich einen stolzen Gewinn von 2,5 Mrd. Euro bekannt gegeben.

Gewinnwarnung

Hingegen hatte die HVB bereits angekündigt, 2004 ihr operatives Gewinnziel von 1,4 bis 1,7 Mrd. Euro zu verfehlen. Analysten rechnen nun im Schnitt mit 1,2 Mrd. Euro. Unterm Strich muss Rampl sogar den dritten Verlust in Folge verkünden.

Wegen massiver Immobilienabschreibungen rechnen Analysten im Schnitt mit einem Minus von 2,4 Mrd. Euro. Damit hätte die HVB in den vergangenen drei Jahren fast sechs Mrd. Euro in den Sand gesetzt.

BA-CA bestätigt Ergebnisausblick

Während die HypoVereinsbank im Jänner mit einer Gewinnwarnung überraschte, hat die für Österreich und Osteuropa zuständige BA-CA, die ebenfalls am Donnerstag Geschäftszahlen bekannt gibt, ihren bisherigen Ergebnisausblick für 2004 bestätigt.

Demnach erwartet die BA-CA einen Vorsteuergewinn von 800 Mio. Euro. Dieser Prognosewert, nach dem dritten Quartal von zuvor 750 Mio. Euro nach oben revidiert, entspricht einer Steigerung um 23,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2003: 648 Mio. Euro).

Großzügige Kredite

HVB-Chef Rampl und seine Kollegen hoffen, dass mit den milliardenschweren Abschreibungen das Schlimmste ausgestanden ist. Die Immobilienprobleme schleppt der Konzern seit mehr als zehn Jahren mit sich herum. Nach der Wiedervereinigung waren allzu großzügig Kredite in den neuen Bundesländern vergeben worden. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.02.2005)

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