Paul Accola: "Es gurkt mich an"

28. Februar 2005, 09:48
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Schweizer Urgestein steht vor Weltcup-Abschied - Den genauen Zeitpunkt lässt er jedoch noch offen

Garmisch-Partenkirchen - "Ich werde einfach einmal nicht mehr da sein", sagte das Schweizer Ski-Urgestein Paul Accola und meinte damit seinen Abschied vom alpinen Weltcup. Nach seinem 31. Rang am Sonntag im Super-G von Garmisch an seinem 38. Geburtstag ist es wohl so weit. "Es gurkt mich an. So hat es keinen Sinn mehr", stellte Paul Accola nach dem Garmisch-Wochenende klar.

Kranjska Gora kein Thema

Das kommende Techniker-Wochenende in Kranjska Gora mit Slalom und Riesentorlauf ist für Accola ohnehin kein Thema, nach Rücksprache mit Teamchef Martin Rufener wird der Schweizer auch auf Abfahrt und Super G in Kvitfjell (5. und 6. März) verzichten. Und die Chance auf eine Qualifikation für das anschließende Weltcup-Finale in der Schweizer Heimat, für das ein Platz unter den ersten 25 der Weltrangliste nötig ist, ist mittlerweile auf ein Minimum gesunken.

Technisch noch immer Weltklasse

Trotz seiner "alten Tage" ist Accola nach fast zwei Jahrzehnten Skikarriere nach wie vor in den technischen Passagen absolute Weltklasse. In Val d'Isere hatte er die Kompression als Schnellster gemeistert, im Kitzbühel-Training war er im schweren Steilhang der Viertschnellste.

"Geradeaus fahren kann jeder"

"Ich habe einmal gesagt: 'Geradeaus fahren kann jeder.' Aber ausgerechnet ich bin der, der es nicht kann", nimmt der einstige Slalom- und Riesentorlauf-Spezialist seine schwachen Abfahrtsresultate mit Humor. Wann der genaue Zeitpunkt des Rücktritts ist, behält "Pauli" noch für sich. Ob er beim Weltcup-Finale - eventuell als Ehrengast - oder bei den Schweizer Meisterschaften noch als Teilnehmer auftauchen wird, lässt er offen. "Aber mit dem Bücher-Schreiben könnt ihr schon anfangen."

Große Erfolge

Accola errang 1992 den Gesamtweltcup, gewann sieben Weltcuprennen und stand 26 Mal auf dem Weltcup-Podest, zuletzt 1997. Dazu holte er vier Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Alle in der Kombination, was, so ein Accola-Originalzitat, "keinen Schwanz interessiert". Die besten Resultate in laufenden Winter waren ein 18. und ein 19. Rang in den Abfahrten von Bormio und Beaver Creek gewesen. (APA/SIZ)

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    Paul Accola: "Ich habe einmal gesagt: Geradeaus fahren kann jeder. Aber ausgerechnet ich bin der, der es nicht kann."

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