Bush-Besuch stellt Mainzer Wirtschaft vor Probleme

22. Februar 2005, 17:52
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Mitarbeiter können nicht zur Arbeit - Produktion ruht in zahlreichen Betrieben

Frankfurt/Main - Der Besuch von US-Präsident George W. Bush in Mainz stellt nicht nur die Sicherheitskräfte, sondern auch die Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet vor ernste Probleme. So stehen am Mittwoch beim Rüsselsheimer Autobauer Adam Opel AG in der Früh- und Spätschicht die Bänder still. Viele Mitarbeiter hätten keine Chance, rechtzeitig zur Arbeit oder nach Schichtende wieder nach Hause zu kommen, sagte ein Konzernsprecher am Montag. Die Produktion werde an den zwei folgenden Samstagen nachgeholt. Betroffen seien rund 5000 Mitarbeiter. Bei der Sektkellerei Henkell & Söhnlein in Wiesbaden wurde der produktionsfreie Tag der aktuellen Vier-Tage-Woche von Freitag auf Mittwoch getauscht.

Bei Werner & Mertz, dem Hersteller der Frosch-Reinigungsmittel, in Mainz haben sich die Mitarbeiter gegen einen generellen Produktionsstillstand ausgesprochen, wie eine Firmensprecherin auf Anfrage sagte. Von den 545 Mitarbeitern in Deutschland seien aber einschließlich dem Außendienst rund 400 Beschäftigte von Einschränkungen auf dem Weg zur Arbeit betroffen.

Bei dem Zementhersteller Dyckerhoff in Wiesbaden läuft die Produktion mit verminderter Personalstärke, bestätigte ein Sprecher. Dies sei möglich, da viele der Beschäftigten in der Nähe des Werkes wohnten. Die Probleme beträfen knapp 200 Mitarbeiter. Auch die Deutschland-Zentrale des schwedischen Möbelgiganten IKEA in Wallau will ihre Pforten für die Kunden offen halten, sofern diese den Weg überhaupt zu ihnen finden, sagte eine Sprecherin.

Die Unternehmen im gesamten Rhein-Main-Gebiet hoffen, dass ihre Mitarbeiter halbwegs rechtzeitig zur Arbeit kommen, nutzen Gleitzeiten aus oder die Möglichkeiten der Arbeit vom heimischen Schreibtisch. Viele haben den Beschäftigten empfohlen, einen Tag Urlaub zu nehmen, sofern sie nicht dringend an ihrem Arbeitsplatz benötigt werden. Zu einem freien Tag zwingen können die Firmen jedoch niemanden. (APA)

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