Vier verliert - "Das philosophische Quartett" ...

22. März 2005, 16:05
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Manchmal kennt man die Parodie schon vor dem Original - "Das philosophische Quartett" etwa aus der "Sarah Kuttner Show"

Manchmal kennt man die Parodie schon vor dem Original. "Das philosophische Quartett" etwa aus der "Sarah Kuttner Show": Vier Youngsters in schwarz hatten dort an den Fragen des Seins geknuspert.

Allerdings machte die nette Ganglien-Gang schon den Abgang, ehe ganz Kuttner zum Sparstift musste. Auf ZDF hingegen wird weiter gedacht und alle zwei Monate "in der Autostadt Wolfsburg" der philosophische Allradantrieb aufgefahren.

Die Herren Sloterdijk und Safranski plus zwei Gäste machen's wie die Kuttner-Kerlchen, nur ernst. Weil Weisheitsliebe nicht weltfremd ist, behandelte man aktuelle Themen: Vorletzte Saison also Hitler, drauf Religion, diesmal Tsunami.

Am Sonntag hätten dem durch drei überlange Stunden "Schwarzwaldklinik" anästhesierten Seher ein prickelnder Synapsenklaps gut getan. Der Sender wünscht aber schon einen von vornherein "aufgeweckten Zuschauer als Partner dieser Streitgespräche", Pech.

Die späte Runde war dann halbwegs lebhaft. Dank einem emotionalisierten "Zeit"-Chef und dem Flutwellenzeugen Josef Haslinger, der imponierend klar war. Im Gegensatz zu den Gastgeber, deren einer plötzlich "Prinzessin Diana" erwähnte, während der andere wissen ließ, dass auch er "gespendet" habe. Für so, so oder so plazierte Plastikscheibchen stimmt, dass "Vier gewinnt". Egal aber, ob aufgefädelt oder Köpfe zusammensteckend gruppiert: Bei literarischen und philosophischen Ansammlungen gilt "Vier verliert" als Regel. (pen/DER STANDARD; Printausgabe, 21.2.2005)

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    Gastgeber Safranski und Sloterdijk

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