Wiener VP will pädagogische Standards für Kindergärten

21. Februar 2005, 18:18
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Obmann Hahn fordert einen bundesweiten Kindergartengipfel - derzeit gebe es zwar eine Fülle von Einzelregelungen, aber keine einheitlichen Standards

Bundesweit einheitliche pädagogische Standards für Kindertagesheime verlangt die Wiener VP. Deshalb forderte der geschäftsführende Wiener VP-Obmann Johannes Hahn bei einer Pressekonferenz am Montag Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) auf, ihre "Koordinationsfunktion wahrzunehmen" und einen österreichweiten Kindergartengipfel einzuberufen. Es müsse klar werden, dass der Kindergarten eine Bildungseinrichtung ist.

Viele Einzelregelungen

Derzeit gebe es zwar eine Fülle detaillierter Regelungen für Kindergärten, so Hahn. So regle etwa die Wiener Kindertagesheimverordnung detailgenau die nötige Ausstattung der Sanitärräume (Paragraf 7 Abs. 1: "Für jede Gruppe sind einzurichten:...zwei Waschtische den Körpermaßen der Kinder entsprechend, wobei das aus dem Wasserhahn fließende Wasser eine Temperatur von 38 Grad nicht überschreiten darf, mit an der Wand montierten Seifenspendern...), pädagogische Standards seien aber nicht auszumachen. Die im Rahmen eines solchen Gipfels erarbeiteten Standards könnten dann in eine so genannte 15a-Vereinbarung gegossen werden, schlug Hahn vor.

Kreativität und Spracherwerb

Dabei gehe es nicht darum, Schule auf den Kindergarten "herunterzubrechen" und Vokabel- oder Multiple-Choice-Tests zu machen, ergänzte ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek. Im Mittelpunkt sollten vielmehr Logik, Kreativitätstechniken, Technikverständnis sowie Sprach- und Zahlenkompetenz stehen. Weiterer Fokus müsse außerdem der Spracherwerb von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache sein, so Brinek. Wenn im Kindergarten das Erlernen und Anwenden der Verkehrssprache, also Deutsch, im Mittelpunkt stehe, sei es auch kein Problem, wenn die Kinder in der Familie daheim in der Muttersprache kommunizieren.

Letztes Jahr gratis

Zum Abbau sozialer Barrieren müsse aber das zumindest letzte Kindergartenjahr gratis sein - offenbar seien auch ein paar Euro Kostenbeitrag oft ein zu hohes Hindernis.

Muttersprachlichen Unterricht im Kindergarten hält die Wiener VP für weniger wichtig. Bilinguale Angebote müsse es vor allem in der Schule geben, betonte Hahn: "Im Kindergarten steht das Erlernen der Verkehrssprache im Vordergrund." (APA)

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