Austria kämpft um Schauplatz Wien

22. Februar 2005, 18:50
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Das Grazer Schwarzen­egger-Stadion wird als Ausweichort im Gegen­satz zu spanischen Berichten derzeit völlig ausgeschlossen

Wien - Nicht wie, sondern ob gespielt werden kann. Das beschäftigt derzeit die UEFA-Cup-Rivalen Austria Magna und Athletic Bilbao. Nachdem am vergangenen Mittwoch der Winter als Spielverderber auftrat, soll es nun am Donnerstag (19:30 Uhr) im zweiten Versuch klappen, das Hinspiel im Wiener Ernst Happel-Stadion auszutragen. "Wir wollen die Partie zum vorgesehenen Termin durchführen", sagte Austria-Manager Markus Kraetschmer am Montag. Der nächste Schneefall im Großraum Wien spielte aber schon wieder mit.

Räumkommando auf Abruf

Am Vormittag präsentierte sich das Feld der Prater-Arena (noch) schnee- und eisfrei. Kraetschmer hatte Montag Mittag ein Gespräch mit Stadion-Betriebsleiter Walter Weiss, um auf alle Eventualitäten optimal vorbereitet zu sein und entsprechende Maßnahmen parat zu haben. So stehen bis Mittwoch vorerst 15 bis 20 Mann rund um die Uhr als Räumkommando parat. Als zweite Stufe auf dem Notplan ist an eine Zeltabdeckung gedacht und für Mittwoch eine Vorinspektion mit dem israelischen Refere Alon Yefet und dem UEFA-Delegierten (noch nicht nominiert) geplant.

Die Basken verlangten den Einsatz eines speziellen UEFA-Beobachters, der schon 72 Stunden vor Spielbeginn in Wien sein sollte. Die Austria hatte diesbezüglich aber noch kein offizielles Schreiben vom Europäischen Verband erhalten. Bilbao hat die Anreise für Mittwoch geplant und würde den Flug im Falle einer kurzfristigen Absage stornieren. "Ein drittes Mal werden wir sicher nicht nach Wien reisen", ließ Athletic-Präsident Fernando Lamikiz via Medien ausrichten.

Vorkommissionierung am Mittwoch

Dazu meinte Kraetschmer: "Nach der Vorkommissionierung am Mittwoch will ich mit den UEFA-Verantwortlichen eine klare Linie festlegen, damit allfällig notwendige Sondermaßnahmen besprochen und in die Wege geleitet werden können". Sollte es wegen Unbenützbarkeit des Feldes neuerlich kein Spiel geben, lag von der UEFA auch noch keinerlei Benachrichtigung vor, wie es dann mit den Terminen aussehen würde. Das Rückspiel ist für Sonntag (18 Uhr) angesetzt, am 2. März spielt Österreich gegen Kroatien im Prater und für 10. März ist bereits das Hinspiel des UEFA-Cup-Achtelfinales terminisiert.

Alternativ-Schauplatz

Am Wochenende tauchten in spanischen Medien übrigens Gerüchte auf, wonach das Hinspiel im Falle einer neuerlichen Absage von der UEFA in eine andere Stadt verlegt werden könnte. Als möglicher alternativer Schauplatz wurde u.a. auch von der Sportzeitung "Marca" das Grazer Arnold Schwarzenegger-Stadion, das über eine Rasenheizung verfügt, genannt. Die Zwangsverlegung wäre laut dem Blatt kein Präzedenzfall. Aus Sicherheitsgründen hatten z.B. israelische Vereine im Europacup auf neutralem Boden antreten müssen.

Lamikiz gewann dieser Idee am Sonntag durchaus Positives ab. "Wenn man im Prater nicht spielen kann und an einen anderen Ort ausweichen muss, dafür aber in beiden Partien perfekte Verhältnisse vorfindet, hätten wir damit sicher kein Problem." Darüber denkt man in den Austria-Reihen derzeit gar nicht nach. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das vollkommen ausgeschlossen", erklärte Kraetschmer zur APA. Allein schon aus Gründen der Kapazitäten - Graz fasst 14.000 Zuschauer, die Austria hat aber 18.000 Karten verkauft - und der zusätzlichen Kosten einer "Übersiedlung". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Winterliche Bedingungen im Happel-Stadion letzte Woche, winterliche Aussichten auch in dieser Woche.

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