Fairsharing statt File Sharing?

6. April 2005, 10:14
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Deutsche Initiative will Tauschbörsennutzung über "Kultur-Flatrate" entkriminalisieren und DRM unnötig machen

Während die Musikindustrie immer stärker gegen TauschbörsennutzerInnen vorgeht, regt sich auch zunehmend Widerstand gegen eine solcherart repressive Durchsetzung von Copyright. Immer wieder im Schussfeld der Kritik sind dabei die Hochrechnungen der Musikindustrie, die jedes heruntergeladene Lied als Verlustentgang werten – unabhängig davon, ob das Lied ansonsten gekauft worden wäre, oder dies der Person, die den Download getätigt hat, finanziell überhaupt möglich wäre.

Argumente

Untergraben werden solche Argumente allerdings zunehmend auch durch die eigene Industrie, so können im Rahmen des "Napster to go"-Programms nach einer Zahlung von 15 US Dollar monatlich beliebig viele Lieder heruntergeladen werden. Hier setzen dann die KritikerInnen an, denn schließlich würde dies bedeuten, dass der Verlust für die Musikindustrie keinesfalls höher als 15 US Dollar monatlich pro Person sein kann, deutlich weniger als in den meisten Verfahren gegen Tauschbörsen-UserInnen veranschlagt.

Modellhaft

Diese Idee regt natürlich auch andere Modellvorschläge an, so fordert die deutsche Fairsharing-Initiative statt der Klagewellen und der zunehmenden Einschränkungen bei den persönlichen Nutzungsrechten eine "Kulturflatrate" einzuführen, dies berichtet Telepolis. Zahlen sollen dies – ähnlich der Rundfunkgebühren – pauschal alle Internet-BenutzerInnen, auch um das Aufkommen von individuellen NutzerInnendaten möglichst gering zu halten und so die Privatsphäre zu sichern.

Abhängigkeiten

Die Höhe des Beitrags soll sich dabei nach der Art des Anschlusses richten, BesitzerInnen eines Breitband-Internet-Zugangs – die schon rein technisch mehr downloaden können – müssten dann entsprechend mehr zahlen, als Modem-NutzerInnen.Die Motivation hinter der Initiative beschreiben die BetreiberInnen folgendermassen: "Das Kopieren und Tauschen von urheberrechtlich geschützten Musik- und Filmwerken zu privaten Zwecken soll künftig auch in der digitalen Welt legal sein. Gleichzeitig erkennen wir den Anspruch von Kunstschaffenden an, für ihre getauschten Werke eine Kompensation zu erhalten". (red)

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